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Saigon – almost a „big apple“

Saigon – almost a „big apple“

Saigon oder Ho chi Min City ist mit 10 Mio Menschen die größte Stadt Vietnams und mein letzter Stop, bevor es weiter nach Kambodscha geht. Da die Strecke von Hoi An aus mit dem Bus mal wieder unglaublich lange dauert, habe ich mich in den Flieger gesetzt und bin ausnahmsweise mal etwas schneller gereist. Mich erwarteten ein paar Freunde aus Irland, die ich in Hanoi kennenlernte. Es hat sich so ein bisschen angefühlt, nach Hause zu fliegen :). Abends um 22 Uhr kam ich an, und die Jungs warteten schon mit ein paar Kaltgetränken auf mich. Was mir in der Stadt sofort auffiel war, dass Saigon im Vergleich zu Hanoi sehr viel westlicher ist. Viel aufgeräumter und ruhiger, sogar mit einigen Wolkenkratzern. Hier gibt es unglaubliche 8 Millionen Motorroller sogar mit einer eigenen Fahrspur. Wir sind dann recht schnell zur Backpacker Straße (Han Thuyen Street) vor, um etwas zu essen. Die Straße kann man sehr gut mit der Kao San Road in Bangkok vergleichen. Viele Leute, unglaublich viele Bars, feuerspuckende Jungs auf der Straße, günstiger Alkohol und auch leider viel Prostitution. Nach den ruhigen Tagen davor fühlte ich mich wie ein Alien in der großen Stadt. Die Nacht wurde dann erwartungsgemäß sehr lustig und der Schlaf sehr kurz. Mittags haben wir uns dann alle zum Essen verabredet und sind danach in das Museum of War gegangen. Ein sehr netter Local hat mich, nach dem ich ihn nach dem Weg fragte, einfach mitgenommen und mir sogar noch absolut gratis eine kleine Stadtführung auf seinem Roller gegeben. Toller Einstieg!

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Am Museum angekommen habe ich mir für 80 Cent ein Ticket gekauft. Das Museum teilt sich in 3 Ebenen auf und man macht so eine Art Rundgang, um das ganze Ausmaß des Krieges damals zu verstehen.

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Da ich mich vorher nicht viel über die Details des Krieges und vor allem das „Warum?“ nicht informierte, war ich gespannt, was mich erwartete. In dem Museum gab es viele Bilder mit sehr guten Beschreibungen dazu, aber das genügte um zu verstehen, was die Amerikaner damals in Vietnam getrieben haben. Man kann es einfach nicht nachvollziehen, wie man so machtbesessen sein kann und tausende unbeteiligte Menschen töten kann. Schlecht wurde es mir dann, als wir die Auswirkungen der Bombenabwürfe damals, speziell die der Chemiebomben sahen. Noch heute gibt es sehr viele Fehlgeburten, die darauf zurückzuführen sind. Man kann sich kaum vorstellen, wie man gegenüber so einem friedliebenden Volk so einen Hass aufbauen konnte. Gott sei Dank hat damals die ganze Welt die gleiche Meinung geteilt und das Morden fand nach unzähligen Jahren ein Ende.

Hier sieht man eines der Bilder, wie ein friedlicher Demonstrant, nur mit einer Blume „bewaffnet“, gegenüber von dutzenden Militärs steht.  DSC03994

Und hier einer der niedergebrannten Regenwälder. Wahrscheinlich nach einem Angriff mit einer Napalmbombe

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Das Bild hier ist wahrscheinlich das berühmteste Bild, was man mit dem Vietnamkrieg in Verbindung bringt. Das nackte Mädchen heißt Phan Thị Kim Phúc und erlitt damals nach einem Napalmangriff auf ihr Heimatort Trang Bang schwere Verbrennungen. Während die Neunjährige nackt aus dem Ort floh, wurde sie von Nick Ut fotografiert, der dafür 1972 den Pulitzer Preis erhielt.

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Nach dem Musuem waren wir recht platt und mussten das Gesehene erst mal verdauen. Die schrecklichsten Dinge wie Bilder von verkrüppelten Embryos usw. habe ich hier nicht mit aufgenommen.
Am nächsten Tag ging es dann für mich morgens um 7 Uhr weiter ins Mekong Delta für eine zwei Tages Tour.  Mein Plan war ja, einmal den ganzen Mekong von Anfang bis Ende zu sehen. Mal schauen, ob ich es schaffe :). Aber fangen wir mit dem Ende an. Nach 3 h erreichten wir unseren ersten Stop und sind mit kleinen Booten durch die kleinen Kanäle im Delta gefahren.         DSC04015

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Es waren viele junge Leute dabei und es wurde dann sehr lustig. Das Mekong Delta ist riesig und es gibt dort nur 2 Jahreszeiten (die Trocken- und Regenzeit). Es gilt auch als die „Reisfabrik“ Asiens. Die wurde dann leider recht touristisch und ich habe teilweise nur darauf gewartet, dass mir noch jemand einen Staubsauger andrehen wird…Wir haben das Meiste dann aber mit Humor genommen. Habe ich schon geschrieben, dass es in Vietnam extrem gutes Bier gibt? 😀 Abends wurden wir in einem sehr schäbigen Hotel in Kinh Long untergebracht (ich glaube nicht, dass ich schon mal in so einem schlechten Hotel war). Also wie aus dem Film mit Schimmel, Fenster zur nächsten Hauswand, Licht im Bad defekt und es muffelte. Lange habe ich mich da nicht aufgehalten, und wir sind abends zum Nachmarkt, haben uns mit Essen eingedeckt und haben den Abend auf dem Pier am Flussufer ausklingen lassen. Am zweiten Tag sind wir früh los und haben uns mit dem Boot den größten schwimmenden Markt im Mekong Delta, eine Reis- und eine Reisnudelfabrik angesehen. War ganz nett, kann man aber auch ganz gut selber organisieren, indem man sich mit ein paar paar Leuten ein Auto organisiert.

Hier sieht man Berge von Bambusrohren

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Eine schwimmende Tankstelle für die Boote im Mekongdelta

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Ein ganzes Boot voll mit Ananas. Habe mir dann auch eine direkt vom Boot gekauft. Sehr lecker! 🙂

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Die „Frühstücksfrau“ mit Kaffee, Getränken und extrem leckeren Sandwiches.

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Die Reisnudelfabrik war schon sehr interessant. Erst wird aus Reismehl und Wasser ein sehr klebriger „Schleim“ produziert….

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….der dann auf einer Art Ofen (der übrigens mit den Resten der Reisabfälle angeheizt wird) zu runden Teigplatten gebacken wird….

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…dann getrocknet….

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…und zum Schluss nach dem Trocknen zu Nudeln klein geschnitten wird.

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Achja: und dann irgendwann werden die Nudeln an der Straße natürlich von netten Damen verkauft  🙂

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Nach der Besichtigung gingen wir in eine Lagerhalle für Reis. Tonnen von „rohem“ Reis werden hier gelagert und warten auf die Weiterverarbeitung, denn das weiße Reiskorn muss ja aus der Schale… :).  In Sapa, in den Bergen von Vietnam, machen die Bewohner das teilweise noch per Hand mit Geräten, die an das Mittelalter erinnern. Schön mal den Unterschied bzw. die Entwicklung zu sehen.

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Abends waren wir um 19 Uhr zurück in Saigon und ich checkte im Big Mama´s Hostel ein. 8 Dollar die Nacht mit einer eigenen Roof Top Terrasse mitten im Herzen der Stadt. Die Aussicht auf die Skyline der Stadt, mit dem Vollmond im Hintergrund, war einfach nur atemberaubend. Zusammen mit den Jungs erzählten wir uns stundenlang viele Geschichten vom Reisen und anderen Ländern. Wieder einer dieser Momente, die man nicht kaufen kann…(leider gibt es kein Bild, da ich keine Kamera dabei hatte)

Ein weiteres Ziel in der Umgebung von Saigon waren die Cu Chi Tunnel ca. 20 km von der Stadt entfernt. Es handelt sich dabei um alte Tunnelanlagen der Vietkong, in denen sie damals im Krieg unterirdisch gelebt haben und sich vor den Bombenangriffen der Amis geschützt hatten. Es ist ein Netz von 200 km Tunnelanlage, die sogar bis nach Kambodscha reichen. Da sah man sehr gut, dass die Amerikaner bei diesen sehr ausgeklügelten Tunneln keine Chance hatten, den Krieg zu gewinnen. Auch für uns kaum möglich, in die Tunnel zu steigen.

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Nur mit sehr viel Mühe klappt das, aber danach sieht man den Tunneleingang tatsächlich nicht mehr.

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Die Tunnel sind ca. einen Meter hoch und 50 cm breit. Man bekommt sehr schnell Platzangst. Kaum vorzustellen, dass die Menschen hier teilweise jahrelang wohnten.

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Auch wurden uns die vielen Fallen vorgestellt, die sich die Vietkong im Kampf gegenüber den US Streikräften überlegt hatten. Sehr einfach, aber sehr ergiebig.

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Nach der Tour bin ich zurück zum Hotel, packte meine Sachen zusammen und kaufte mir ein Busticket nach Sihounukville in Kambodscha. Abends haben wir alle zusammen ein Abschiedsessen organisiert und die Nacht wurde wieder mal sehr kurz. Kein Problem, am nächsten Tag kann ich ja die Busfahrt nach Kambodscha zum Schlafen nutzen. Ich war schon voller Vorfreude: Endlich geht es zu meinen ersten Inseln auf meiner Reise und ich freute mich auf hoffentlich sehr viele entspannte Tage. Auch ist es mein erster Grenzübergang mit dem Bus. Mal schauen, ob alles klappt 🙂

Hue – die alte Kaiserstadt

Hue – die alte Kaiserstadt

Der nächste Halt auf der Vietnam Reise ist Hue – und jetzt ist sowas von Kultur angesagt!

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Ich bin zwar nicht so der Fan von Hardcore-Kultur, aber Hue ist auf jeden Fall einen Stop wert. Die Stadt liegt in der Mitte des Landes und ist bekannt für ihre alte Kaiserstadt (auch Zitadelle genannt). Es handelt sich dabei um das wichtigste Bauwerk in Vietnam und in dieser riesengroßen Anlage haben über mehrere Jahrhunderte einige Könige samt der ganzen Familie gelebt. Von Dong Hoi aus haben wir mit dem Local Bus 4,5 h gebraucht und wurden in der Nähe der Zitadelle, auf der anderen Seite des Flusses, rausgelassen. Auf dem Weg ins Hotel merkt man an den Bauwerken, dass in Hue noch sehr die französische Kultur beibehalten wurde. Kaum zu vergleichen mit Hanoi bzw. sieht man auf den ersten Blick gar nicht, dass es sich hier um eine asiatische Großstadt handelt. Da wir 3 (Johannes, Adrian und ich) dann nach der Busfahrt doch etwas ausgehungert waren, gab es an der Straßenecke erstmal ein belegtes Baguette. Das war sowas von lecker, dass wir gleich noch eine Runde bestellten (30 Cent pro Baguette). Der Laden ist echt ein Geheimtipp (06 Truong Dinh in Hue).

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Das Hotel in der Stadt mit dem Namen „Valentine“ (auch gut für Backpacker und nicht nur für Honeymoons…) ist auch sehr empfehlenswert mit 7 Dollar die Nacht pro Nase. Abends sind wir noch was durch den Ort geschlendert, am Fluss vorbei und haben vietnamesisches Fastfood gefunden. Keine Ahnung was das war, aber die Frau hinter dem Tresen machte diese Schalen in Akkordarbeit.  Einzeln haben die Zutaten nicht wirklich lecker geschmeckt, aber insgesamt war es sehr lecker. Mal wieder eine neue Erfahrung mehr – einfach ausprobieren, auch wenn es „stinkt“… ;D

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Johannes hatte dann noch zufällig einen Tempel oder ähnliches gefunden, aus dem Gesang zu hören war. Eine Frau winkte uns auch gleich rein, und das mussten wir uns ansehen. Hier waren meist ältere Menschen am beten. Unglaublich, aber die haben sich über eine ewig lange Zeit hingekniet und sind wieder aufgestanden. Einer machte mit einer Trommel den Rhythmus. Ist bestimmt ein gutes Workout für die alten Jungs und Mädels…Würde mal sehen, wer sowas in einer Kirche in Deutschland aushalten würde.

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Am nächsten Tag stand auf dem Plan die Zitadelle zu besichtigen. Am besten nimmt man sich ein Fahrrad für 1 USD/Tag. Ist am günstigsten und eigentlich auch am schnellsten in der City. Man muss sich nur darauf einstellen, dass das Fahren auf vietnamesischen Straßen ein echtes Abenteuer ist, macht aber sehr viel Spaß, wenn man es mal raus hat, wie der Verkehr so „tickt“. Auf dem Weg haben wir ein altes Olympiastadion entdeckt, bei dem wir uns mit unseren „Rennrädern“ erstmal einen Fight über 400 Meter geliefert haben. Mit einer Nasenspitze Vorsprung gewann Johannes auf der Zielgeraden. (ich hatte ja auch die Cam in der Hand und filmte das Schauspiel – ich würde sagen, lass uns auf ein Unentschieden einigen? ;D)

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An der Zitadelle angekommen, haben wir erstmal Adrian verloren…Leider haben wir ihn tatsächlich nicht mehr gefunden, dass wir dann alleine rein sind. Vielleicht wollte er sich auch nur vor dem Tag drücken. Quasi einen meisterhaften polnischen. Hut ab, Adrian! 😀

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Das ist die die komplette Kaiserstadt in einem Miniaturmodell.

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In der Zitadelle merkt man schnell, dass das Areal riesig ist und leider auch, dass die Amerikaner damals im Krieg die Bauwerke leider auch nicht bei ihren Bombenangriffen verschonten. Auf dem Gelände ist es eigentlich am besten, wenn man einen Guide dabei hat, der einem Alles über die Geschichte erzählt. Wir haben uns dann einfach ab und zu etwas unbemerkt einer deutschen Gruppe mit Tourguide angeschlossen… Das ist die deutlich günstigste Variante 😉

Hier ein Teich voll mit dutzenden Koi Karpfen – wahnsinn, was das gekostet hat.

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Das hier ist der Eingangsbereich. Es hatte um die Tageszeit ca. 40 Grad und es wehte kein Lüftchen…

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Das hier ist der Innenhof des Geländes der Großeltern der Familie. Das Gebäude ist das Teehaus mit einem kleinen Teich.    DSC03817

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Und hier das Theater der Kaiser. Wahrscheinlich ist das auch restauriert worden.

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….die Jungs wollten einfach nicht grinsen. Bei dem ganz rechts sieht man zumindest einen kleinen Ansatz von Freude 😀

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Nachmittags sind wir dann raus aus dem Gelände und haben mit den Fahrrädern die Gegend erkundet. Erstmal stand Essen auf dem Plan. An der Straßenecke gab es mega-leckere Fleischspieße und Sommerrollen (Frühlingsrollen nicht frittiert) mit Erdnusssoße. Genau das Richtige für uns.

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Auf dem weiteren Weg sind wir an sehr viele Schulen vorbei und haben uns mit den Schülern unterhalten. Die fanden es toll mit uns auf Englisch zu reden. Gleich dort in der Gegend entdeckten wir dann eine kleine Bäckerei mit unglaublich vielen Leckereien. Ein Schlaraffenland! Dort haben wir uns  mit Muffins und ein paar nicht identifizierbaren Gebäckteilen ausgestattet und auf der Treppe vor dem Laden gegessen, da es in dem Moment anfing zu regnen.

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…da hat die Kamera leider zu früh das Bild geschossen. Also eigentlich sollten wir alle in der Luft sein 😉

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Der nächste Stop war der Chinamarket von Hue. Uns haben die Leute nicht zu viel versprochen, als sie meinten, dass man dort echt alles bekommt. Unglaublich viele Stände auf engstem Raum mit Bergen von Klamotten, Elektronikartikeln, Fleisch, Obst, Gemüse und und und. Dabei dachte ich mir: Wenn ich das nächste Mal auf Reisen gehe, nehme ich einen leeren Rucksack mit und kaufe mir wirklich alles in Asien.

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Zum Entspannen von dem anstrengenden Tag sind wir dann Richtung Fluss auf ein „Feierabend-Bier“. By the way: Adrian hatten wir noch nicht gefunden. So langsam machte ich mir ja schon ein bisschen Sorgen. Aber warten wir mal ab, wenn wir zurück im Hotel sind. Zufällig wurde dann in der Nähe von uns direkt am Fluss eine längere Tafel aus mehreren Tischen aufgebaut. Anscheinend ein Fest! Nach und nach trudelten dann auch die Gäste ein. Es handelte sich um ein Klassentreffen und alle waren um die 60 Jahre alt. Teilweise haben sich die Leute Jahre nicht gesehen. Es hat nicht lange gedauert und wir wurden auf einige Bier und vietnamesisches Essen (es gab eine Art Wraps: Auf einem Holzspieß war gegrilltes Fleisch, dass man auf einem kleinen Wrap zusammen mit Salat und Soßen zusammenrollte) eingeladen. Extrem lecker, nur habe ich leider den Namen vergessen. Der Abend war übrigens mal wieder wahnsinnig herzlich und es war toll zu sehen, wie die „alte Clique“ da zusammen Gitarre spielte und alle miteinander sangen.

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Zu später Stunde haben wir uns dann auf unsere Drahtesel gesetzt und sind mehr oder weniger schnell zurück Richtung Hotel gefahren… mal wieder ein zufälliger, toller Abend mit den Locals! Auf dem Weg zurück waren wir schon sehr gespannt, ob Adrian da ist. Und wie wir schon dachten, machte er es sich im Zimmer bequem. So ganz hatte ich nicht verstanden, was er den ganzen Tag getrieben hat, aber die Variante mit dem „polnischen“ wurde immer konkreter.  Am nächsten Tag ging es dann auch schon wieder weiter in Richtung Hoi An. Endlich kommt bald nach 2 Wochen Reisen der erste richtig gute Strand und wir können mal etwas die Seele baumeln lassen.

Hue mach´s gut!

Pho Na Ke Bang Nationalpark

Pho Na Ke Bang Nationalpark

Abends um 19.00 Uhr sind Johannes und ich von Hanoi aus in Richtung Pho Na Ke Bang aufgebrochen – 10 h in einem der Sleeper Busse, mit denen die meisten Leute in Vietnam unterwegs sind. Es hat jeder zwar ein eigenes „Bett“, aber diese Busse sind leider nicht zu empfehlen, da man in ihnen einfach nicht schlafen kann, da die netten Busfahrer ständig ihre tolle vietnamesische Musik sehr laut hören wollen oder halt das Licht bei jedem Halt angeht, da wieder ein paar Leute ein- oder aussteigen wollen. Aber wir hatten ja das Ziel vor Augen, in dem Park in einem Farmstay (kleine Bungalow Anlage) mitten im Nationalpark, geführt von einem Australier, zu übernachten und da bekommen wir ja bestimmt genügend Schlaf.

Im Park sind wir morgens um 5 Uhr bei dem Hostel Easy Tiger angekommen. Nur mussten wir uns noch einen der Local-Busse nehmen, um zum Farmstay zu kommen (für 1500 Dong). Der Bus fuhr halt erst um 8 Uhr los. Also Hängematte raus und noch ein paar Stunden Schlaf nachholen. Dort haben Johannes und ich ein paar Deutsche und einen Chinesesn kennengelernt (Laura, Sophie und Adrian), mit denen wir uns dann eines der ganz großen Zimmer geteilt haben. Trotzdem musste jeder 12 USD zahlen…war aber ok. Das Farmstay ist echt diesen  Preis wert, so mitten in den Reisterassen, dem Pool, leckeren Essen und toller Atmosphäre (abends wurde dann noch zu Lagerfeuer unplugged Musik gespielt). Am ersten Tag haben wir uns Fahrräder ausgeliehen und unser Ziel war „The Pub with the cold beer“ am Song Con River 🙂

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Wir sind durch einige kleine Orte gefahren und wurden von den Einheimischen ständig sehr freundlich gegrüßt, durchquerten einige Reisfelder und durften sogar bei einem vietnamesischen Glücksspiel zuschauen. Traumhafte Gegend!

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Nach ca 1,5 h sind wir angekommen und bestellten uns ein ganzes Hühnchen und dazu natürlich ein paar eiskalte Bier. Witzigerweise musste das Huhn erstmal gefangen werden und wurde dann ganz frisch zubereitet. Deshalb hat sich das dann alles etwas in die Länge gezogen. Leider war das Hühnchen dann nicht so lecker wie erwartet…Der Ort ist aber auf jeden Fall eine Tour mit dem Fahrrad wert!

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Bevor wir dann nach Stunden zurück wollten, sind wir noch alle in den Fluss zum Baden.

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Abends haben wir den Tag mit Lagerfeuer und live Musik abgeschlossen. Toller Tag! Ben, der Besitzer des Homestays, hat uns dann den Tipp gegeben, mal in dem ganz in der Nähe gelegenen Lakehouse zu übernachten, was wir dann auch gleich machen wollten. Er hat uns sogar mit einem ganz alten Army Jeep rüber gefahren. Hier haben wir dann den ganzen Tag am Pool gechillt und den Ausblick auf den See genossen (Ho  Dong Suon). Im Lakehouse hatten wir 2 Betten in einem Dorm mit 8 Betten und sehr coolen Leuten. Die Übernachtung hat 10 USD gekostet, was absolut ok war, mit dem tollen Ausblick, dem großen Pool und dem tollen Essen (empfehlenswert ist der Clay Pot).

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24.02.2015 Tour durch den Pho Na Ke Bang Nationalpark
Start war am Lakehouse morgens um 08.00 Uhr und wir wurden von den Tourguides abgeholt. Kosten pro Nase 1400 Dong. Erst hatten wir ein paar langweilige „Informations-Stops“ und einen Halt bei einem Tempel.

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Danach ging es danach dann endlich zur Paradise Cave. Ich habe noch nie so eine große und dazu noch so schöne Höhle gesehen. Das witzige ist, dass mal ein Tourist ganz zufällig diese Höhle vor einigen Jahren entdeckt hat. Wir brauchten ca 1 h um bis ans andere Ende zu kommen, und teilweise lag die Deckenhöhe bei ca 50 Metern. Ich muss dazu nicht mehr schreiben. Bilder sagen mehr als tausend Worte….! 🙂

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Mittags gab es mit der ganzen Gruppe ein Lunch in der Nähe der Höhle, bevor es dann weiter zur Dark Cave ging. Auf dem Areal, bei dem die Touren starten, mussten wir dann erstmal alles bis auf Badebekleidung ablegen und bekamen Schwimmweste und ein Gesäßgeschirr, was man vom Klettern kennt. Erst ging es dann auf einen Turm, an dem wir uns in einer Höhe von 15 Metern auf die andere Seite des Flusses abseilten. Das ging richtig gut ab und der Adrenalinspiegel stieg in die Höhe. Am anderen Ende war auch der Eingang zur Höhle. (echt schade, dass ich hier kein Video von der Aktion hochladen kann…)

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Wir mussten dann noch ein kleines Stück bis zum Eingang schwimmen. Dort angekommen wurde es sehr schnell dunkel und wir mussten unsere Stirnlampen anschalten – dark cave halt…Wir haben uns dann durch sehr lange Gänge tief in den Berg „hineingearbeitet“, bis wir dann zum Ende kamen. In einem Schlammloch. Das war so groß und tief, dass wir alle reinhüpften.

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Im Anschluss gab es dann noch eine Schwimmeinlage bei absoluter Dunkelheit, wir mussten dann sogar alle die Stirnlampen ausknipsen. Tolle Erfahrung, obwohl mir dabei nicht so ganz wohl zu Mute war. Schwimmen in kompletter Dunkelheit (also so, als ob man die Augen zu hat) hatte ich vorher auch noch nie. Zurück beim Eingang haben wir uns dann ein paar Kajaks geschnappt und sind zurück zum Camp gepaddelt. In der Höhle war es sehr kalt und alle waren recht ausgekühlt und die Guides hatten da ein Gegenmittel. Dann gab es erstmal einen vietnamesischen Jagertee, der dann tatsächlich schnell gegen die Kälte geholfen hat. Danach sind wir dann zum Easy Tiger Hostel, die Nacht im Dorm für 8 USD, was wir uns für die letzte Nacht in dem Nationalpark aufgehoben hatten (auch, da wir von da aus dann weiter in Richtung Süden wollten und die Busstation ganz in der Nähe ist). Die Mädels sind übrigens weiter, bis auf Adrian. Er hat sich kurzerhand entschlossen, mit uns die nächste Zeit zu reisen. Am nächsten Morgen, nach einem feuchtfröhlichen Abend (40 Cent das Bier in der Happy Hour), sind wir dann mit einem der Local-Busse für 1,50 Dollar nach Dang Hoi gefahren (40 Minuten Fahrzeit). Dort wurden wir dann quasi raugeschmissen und haben recht schnell den versteckten Busbahnhof gefunden (im Ort an dem einzigen Kreisel). Von da aus ging es weiter nach Hue für 5 Dollar und 4,5 h Fahrzeit (unsere nächste Etappe in Vietnam).

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Halong Bay / Bai Tu Long Bay

Halong Bay / Bai Tu Long Bay

Eine der tollsten Naturerscheinung in Asien – die Halong Bay und Bai Tu Long Bay. Man muss dabei aber auch sagen, dass das Wetter auch dort meisten s…. ist. Einen Tag dort mit Sonnenschein zu bekommen ist wie ein 6er im Lotto. Naja, aber mal schauen…vielleicht haben wir Glück. Mit Ethnic Travel startete ich dann morgens um 7 Uhr für 3 Tage und 2 Nächte in Hanoi. Eine Nacht auf dem Boot in der Bucht und eine Nacht auf einer Insel mit dem Namen Quan Lan (die östlichste Insel von Vietnam).

Halong Bay – Tag 1-2

Los ging es morgens um 7 Uhr in Hanoi mit einem Minivan direkt vor meinem Hotel. Sehr pünktlich und meiner Meinung nach – sehr untypisch für Asien. Aber da war schon der erste Eindruck sehr positiv. Der Bus war sehr bequem und damit perfekt für die kommenden 5 h Transfer bis zur Bucht geeignet. Im Gegensatz zu anderen Touri-Bussen hatten wir es viel besser. Wir waren eine Gruppe von 8 Personen – 2 Schweizer, 5 Franzosen und ich. Wir waren bestimmt die einzige Gruppe, bei der durchweg nur französisch und deutsch gesprochen wurde. Die Franzosen hatten einfach keinen Bock auf englisch…wir sind dann in dem Hafen gleich auf das Boot. Es war der Hammer und übrigens musste ich feststellen, dass ich noch nie auf einem Boot übernachtet habe. Dieses war übrigens riesengroß mit 8 Zimmern, einem Sonnendeck und einer großen Bar. Eigentlich zu groß für unsere kleine Gruppe. Das Mittagessen wurde sehr schnell aufgetischt und es gab sehr viel Fisch. Beim Essen wurden uns die kommenden Tage genau erklärt.

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Im Hintergrund konnte man schon sehr schnell die ersten Berge der Halong Bucht erkennen – nur leider in einem sehr dichten Nebel.

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Pünktlich zum Sonnenuntergang hatten wir dann sehr viel Glück mit dem Wetter und das Relaxen auf dem Sonnendeck wurde viel entspannter.

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Mit den Kajaks ging es dann noch aufs Wasser und zu den sehr bekannten Floating Villages. Dort leben ungefähr 100 Menschen in 7 Dörfern auf Booten und schwimmenden Plateaus. Es gibt sogar eine Schule und eine Kapelle auf dem Wasser. Sehr beeindruckend! Nur möchte das Land nicht mehr die Bewohner auf dem Wasser, da das Wasser sehr verschmutzt wird und siedelt nach und nach die Menschen auf das Festland um. Bis vor einigen Jahren lebten hier noch 600 Menschen…

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Abends gab es dann leckeres Essen und ich habe das erste Mal in meinem Leben eine ganze Krabbe direkt aus der Schale gegessen. Sehr lecker muss ich sagen. Aber auch das übrige Essen ist mit Sicherheit eines der besten, die ich auf meiner Reise bekommen habe/werde. Recht schnell, als der letzte Teller vom Tisch verschwand, startete die Happy Hour und alle Cocktails gab es dann für die Hälfte – es wurde dann doch noch deutlich später.

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Viel Schlaf hatten wir nicht bekommen und mussten dann morgens um 7 Uhr raus, denn dann klopfte ein netter Matrose sehr laut an mein Zimmer mit einem kaum zu verstehenende „Chris, Breakfast“ (woher zum Teufel kannte der meinen Namen, dachte ich mir???). Zum Frühstück gab es dann 4 Scheiben Toast, Spiegelei, Marmelade, eine Banane und irgendwas, dass an Leberkäse erinnerte, nur sehr widerlich war (man merkt, dass ich zu der Zeit noch sehr pflichbewusst alle Details meiner Reise festgehalten habe…). Leider war das Wetter heute sehr bescheiden. Es regnete und es war sehr kalt. Die erste Aktivität war dann wieder Kajakfahren, um eine der großen Höhlen auf einer Insel zu besichtigen. Übrigens war es heute Freitag, der 13. Hoffentlich ist das mal kein schlechtes Zeichen…

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Die Zeit war dann auch wieder schnell vorbei und es ging wieder zurück an Land. Damit war der erste Teil der Tour vorbei. Dann ging es recht zügig weiter zu einer komplett anderen Gruppe, mit denen es dann weiter in eine andere Bucht (ca. 1 h Busfahrt) in die Bai Tu Long Bucht ging.

Bai Tu Long Bay: Tag 2-3

Wir waren dann nur noch zu viert mit 3 Deutschen und einem Kanadier, Harvey. Cooler Typ! Er ist 63, in Rente, hat sein Haus vermietet, sich von seiner Frau geschieden und reist nun um die Welt. In dem Ort Cai Rong Habor sind wir dann auf unserem Segelschiff bei strömenden Regen in Richtung einer kleinen, einsamen Insel Quan Lan aufgebrochen. Leider konnten wir wegen des schlechten Wetters nicht segeln – man kann das Wetter halt nicht beeinflussen.

Unglaublich aber war, im ganzen Hafen waren wir die einzigen Touristen, und es wurde für die Locals aus großen Lautsprecher Musik gespielt. Das müsste man bei uns auch mal einführen (übrigens ist der Roller von den Locals fast ins Wasser gefallen – war sehr lustig anzuschauen, wie die sich anstellten ;D)

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Leider hat es dann die ganze Zeit geregnet, sodass wir die 3 h auf dem Boot mit Essen, Kartenspielen und Bier trinken verdammt gut überbrückten ;). In der Küche wurde zu der Zeit unser Essen zubereitet.

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Das hier ist übrigens die Art, wie man in Vietnam ganz klassisch den Kaffee aufbrüht. Da das Zeug sehr stark ist, wird es mit einer dickflüssigen Kondenzmilch verdünnt. Leider musste ich den Kaffee aufgrund meiner Laktoseunverträglichkeit pur mit Zucker trinken. Danach bekommt man fast eine Herzattacke – aber man ist wach 😉

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Auf Quan Lan angekommen fiel uns erst auf, dass wir die einzigen Touristen auf der ganzen Insel waren. Die Locals haben uns wie gelandete Aliens angesehen… Direkt am „Hafen“ standen dann 5 Mountainbikes für uns bereit, mit denen wir dann die nächsten Stunden über die Insel bis zu unserem Homestay geheizt sind. Harvey war echt der fitteste unter uns. Hut ab! Ubrigens merkte ich hier, dass ich doch ein paar falsche Sachen für die Reise dabei hatte. Die weißen Sneaker konnte ich danach echt wegschmeißen und hab diese dann mit ein paar neuen Trekkingschuhen aus Hanoi ersetzt.

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Voll Schlamm und komplett durchnässt im Homestay bei den Locals angekommen, freuten sich dann alle auf eine warme Dusche, nur war leider bei mir der Warmwasser-Boiler kaputt, was dann ordentlich auf meine Stimmung schlug. Harvey kannte dann aber ein Geheimmittel und bestellte eine Runde Bier. Das mit der Dusche war dann schnell vergessen. 🙂 Abends hatten wir zusammen mit unserem Guide noch einen kleinen Kochkurs. Wir lernten, wie man selber Frühlingsrollen zubereitet und was der Unterschied zwischen denen aus Nord-und Südvietnam ist. Ist eigentlich ganz einfach, die aus dem Norden sind sehr lang (ca 10 cm und 2 cm breit) und werden in der Mitte nach dem Braten durchgeschnitten und die aus dem Süden sind viel kleiner (ca 5 cm) und deutlich knuspriger (trotzdem sehen beide Varianten nicht so aus, wie man diese aus Deutschland kennt – das sind nämlich die chinesischen). Dabei haben wir auch gelernt, wie man Sommerrollen zubereitet. Die Füllung ist aus Karotten, Gurken, Basilikum, gehacktem, frittiertem Tofu, Hackfleisch und gehackter, grüner Bananen (übrigens: wenn man eine weiße Zunge haben will, dann muss in die Schale einer grünen Banane beißen). Und wir lernten auch, dass es beim Reisauftischen so seine Regeln gibt. Für gewöhnlich gibt es 3 Löffel auf den Teller. Der erste ist für die Tiere, der zweite für die Menschen und der dritte für die Toten.

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Am nächsten Tag sind wir nach dem Frühstück (Pho Bo – Nudelsuppe mit Rindfleisch) wieder auf unser Boot zurück.

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Leider wurde dann wegen dem schlechten Wetter leider auch die geplante Kajak Tour abgesagt. War aber nicht schlimm, da wir auch so eine tolle Zeit hatten. Vielen Dank an der Stelle an den weltbesten Tourguide – Haun! Den hätten wir echt alle am liebsten für unsere weitere Reise quer durch Vietnam eingepackt.

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…und mein Tagebuch wird voller und voller mit tollen Erfahrungen! Bin gespannt wie der Rest von Vietnam ist – hoffentlich wärmer und sonniger!

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Hanoi – los geht´s!

Hanoi – los geht´s!

Hanoi – die Hauptstadt von Vietnam, mehr wußte ich da eigentlich noch nicht wirklich, als ich am 08.02.2015 um 10.25 am Flughafen München beim Terminal 1C in den Flieger von Qatar Airlines einstieg. War ja genügend Zeit im Flieger sich darüber zu informieren. 24 h in Summe…Auf jeden Fall war mir klar, dass in Asien die Flieger bestimmt nicht mehr enteist werden müssen :). Mach´s gut München – ich bin dann mal weg!

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Erst ging es nach Doha und von da aus weiter nach Bangkok, bis ich dann nach insgesamt 24 h den Flughafen von Hanoi erreichte. Und der erste Sonnenaufgang kurz vor der Landung war schon beeindruckend (leider kommt das über die Kamera nicht so rüber)

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Viel Schlaf habe ich trotz der langen Flugzeit nicht gefunden. Ich hätte ja nicht gedacht, dass man vor einem eigentlich nur „längerem“ Urlaub so aufgeregt sein kann… Am Flughafen  angekommen musste ich mir dann zunächst ein Visum on arrival für 45 USD für 30 Tage Aufenthalt besorgen. Wichtig ist, dass man ein Passbild dabei hat, sonst kommt noch mal eine Gebühr von 2 USD oben drauf (ich hatte zwar eins dabei, aber witzigerweise zahlt man nur die Gebühr, ein Bild bekommt man nicht bzw. wird nicht benötigt). Welcome to Asia, sag ich nur :D. Am Kofferband habe ich dann ein paar Deutsche kennengelernt, mit denen ich mir dann ein Taxi teilte. Besser ist aber eigentlich mit dem Bus zu fahren – ist genau so schnell (wegen der vielen Staus in der Stadt) und deutlich günstiger. Mein erstes Hotel war das Riverside Hotel für 11 USD die Nacht im Old Quater bzw. mitten in der City bzw. mitten im Chaos. Übrigens war es nicht viel wärmer als in Deutschland. Mit teilweise um die 10 Grad musste ich mich dick einpacken.

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Natürlich gab es dann erst mal ein Upgrade in das große Zimmer mit PC, Balkon usw. – cooler Einstieg. Der Baum mit den Orangen wird übrigens überall im Land über den TET (chinesisches neues Jahr) Feiertagen aufgestellt. Warum, konnte mir keiner so richtig sagen. Für mich war es einfach der vietnamesische Weihnachtsbaum ohne Lichterkette :D.

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Die ersten beiden Tage habe ich dann eigentlich nur im Hotel verbracht und geschlafen, um mich vom Jetlag und dem letzten, schlaflosen Wochenende in München zu erholen. Bei meinen ersten Erkundungen merkte ich dann recht  schnell, dass Hanoi eine sehr typische asiatische Großstadt ist. Viel Lärm und Schmutz, unzählige Roller, es wird auf der Straße gekocht, gegessen und sowieso eigentlich alles gemacht.

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Man merkte aber jedoch auch sehr schnell, dass die Menschen hier sehr entspannt, gastfreundlich und zuvorkommend sind und immer ein Lächeln auf den Lippen haben – ja auch dann, wenn sie dir Nichts verkaufen wollen. Man kann sich eigentlich den ganzen Tag quer durch die Stadt essen :). Eines meiner Lieblingsgerichte waren die Baguettes mit Tofu, Gurken, scharfer Soße usw. Es gibt aber auch sehr saubere und westlich wirkende Ecken, wie das französische Viertel, das Viertel rund um das Finanz- und Verteidigungsministerium oder auch bei den beiden Seen Ho Tay und Hoan Kiem. Teilweise denkt man, dass man gerade in London, München oder Paris ist – aber nicht in Hanoi… Es gibt Läden wie Rolex, Prada, teure Autos und sehr gut gekleidete Leute. Sonst konnte ich die ersten paar Tage dafür nutzen, um mir ganz entspannt ein paar Tempel anzusehen oder mir eine Massage für 10 USD zu gönnen.

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Abends bin ich dann zu einem der Highlights von Hanoi, dem Wasserpuppentheater. Das sieht eigentlich aus wie ein Theater, nur befindet sich vorne keine Bühne, sondern ein Wasserbecken. Auf der rechten Seite sitzen ganz viele Vietnamesen und spielen die Musik und machen die Geräusche zu der Aufführung. Mein Fazit: War sehr schön und die Theatergruppe ist sehr professionell, aber einmal anschauen reicht völlig aus… ;).

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Ganz weit oben auf meiner Wunschliste rund um Hanoi stand eine mehrtägige Bootstour in der Halong Bay. Ich habe mich jedoch bewusst für eine Reise mit Ethnic Travel entschieden. Es ist eine Agentur, die zwar etwas teurer ist, nur geht man hier auf Nummer sicher, dass man als Tourist keine Angst haben muss, dass das Boot gleich untergeht. Die weiteren Vorteile sind, dass die Gruppen sehr klein sind, das Essen sehr gut und dass man sich fernab der normalen Touripfade bewegt. Ich habe mich dann für eine 3 Tagestour (eine Nacht auf dem Boot und eine Nacht auf einer einsamen Insel) für 155 USD entschieden. (Einzelheiten zu der Tour im nächsten Blog)

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Organisieren macht hungrig und ich musste erstmal was essen bzw. habe mich einfach an die Straße gesetzt. Es gab irgendwas mit Kokosmilch, Früchten und Reis. Sehr lecker aber irgendwie hat das eher nach einem Cocktail geschmeckt, als nach einem Abendessen… das gleiche dachten auch meine Tischnachbarn aus Myanmar, Win und Aung. Wir haben uns dann ein bisschen ausgetauscht und als sie hörten, dass Myanmar auf meiner Strecke liegt, gab es eine Einladung zu deren Neujahrsfest am 14.04.2015 – das wird bei denen nämlich erstmal mit einem Wasserfestival eingeläutet. Anscheinend laufen dann alle Leute aus dem Land 4 Tage lang wie  verrückt mit Wassereimern, Supersoakern, usw. herum und spritzen sich nass. Da muss ich hin! Später habe ich noch ein paar Leute aus Irland kennengelernt und wir hatten noch ein paar lustige Stunden auf der Dachterrasse unseres Hotels. Die Jungs haben in Irland alle Zelte abgebrochen und suchen nach einer neuen Zukunft als Englischlehrer in Saigon. Das ist gar nicht so selten in Vietnam. Man bekommt ein vergleichweise gutes Gehalt (20 USD/h) mit dem man hier sehr gut leben kann. Den nächsten Tag habe ich dann eigentlich wieder komplett geschlafen und bin dann abends mit Brandon aus Irland in das Pub um die Ecke, ins Gecko, gegangen. Es gab ein Menü mit Frühlingsrollen, Curry und einem Bier für umgerechnet 3 USD. An die Preise kann man sich echt gewöhnen….Danach haben wir uns ein paar Bier gekrallt und sind zum Lake Ho Hoan und haben das ganze Treiben der Vietnamesen auf der einer Bank direkt am See verfolgt. Da es da kurz vor dem vietnamesischen Neujahr war, waren alle sehr schick gekleidet und überall war Partystimmung. Wir mussten dann oft als Fotomodell herhalten, da die Vietnamesen anscheinend nicht so oft Europäer sehen.

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Den Abend haben wir dann noch ganz entspannt auf der Terrasse ausklingen lassen. Leider merke ich dann bereits in Hanoi, dass die Wahl ein iPad mitzunehmen, nicht die Beste war. Nicht nur, dass man den Blog nicht wirklich „runterschreiben“ kann, sondern es fehlt einfach ein USB-Anschluss mit dem man die Bilder von Kamera und iPhone zentral abspeichern kann. Kurzerhand habe ich mich dann dazu entschieden, einen Laptop zu kaufen. Wahnsinnig langsam, um die 2 kg und die Auflösung ist deutlich schlechter als mein Ipad… Aber:  Damit kann man was anfangen! Eine Weltreise mit einem iPad ist einfach nicht machbar. Den Laptop habe ich in einem vietnamesischen „Saturn“ gekauft und konnte sogar noch von 320 USD auf 250 USD runterhandeln. Das kostenlose Geschenkepaket mit Mousepad, Reinigungszeug, usw. habe ich der Dame an unserer Rezeption geschenkt. Ich glaube, dass sie das jedoch falsch verstanden hatte…

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In Hanoi gibts ein Viertel, in dem man unendlich viele Trekking Klamotten kaufen kann. Schuhe von Salomon für 20 USD, eine Wanderhose von Northface für 15 USD. Übrigens ist es in Hanoi so schwierig Schuhe in Größe 45 zu bekommen, wie Samstags auf der Wiesn um 10.00 Uhr morgens einen kompletten Bierzelttisch für 10 Leute. Mittags gab es ein leckeres Essen mit dem Namen „Banh Cun Nong“ bzw. „white rose“ – eine der Spezialitäten von Vietnam. Dabei wird aus extrem dickflüssigem Reiswasser auf einer Crepe-Platte eine Art Crepe gebraten, darin wurde dann ein Gemisch aus Fleisch und Kräuter gewickelt.  Am Ende wird es eingerollt und in 4 Teile geteilt, sodass es am Ende aussieht wie kleine Frühlingsrollen. Dazu gab es eine Soße aus Essig, Wasser, Zucker und ein paar Kräutern. Das Ganze isst man dann mit einem Salat aus Minze und anderen Kräutern. Sehr lecker!

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Am Nachmittag war es dann soweit und Johannes, einer meiner Kumpels aus München ist auch in Hanoi angekommen. Er ist natürlich nicht mit Hut und Früchten angekommen :D. Das Zeug hat uns eine der geschäftstüchtigen, vietnamesischen Frauen auf der Straße einfach auf den Kopf gesetzt und meinte, dass wir danach was kaufen müssen…

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Gleich nach seiner Ankunft sind wir raus zum Reisebüro und kauften uns Zugtickets nach Sa Pa (in die Berge zum Wandern) für 26 USD. Deutlich teurer als sonst, nur ist an den TET Feiertagen einfach alles etwas teurer. Unser erstes Bier haben wir dann auf einer Roof-Top-Bar getrunken und sind danach gleich mit einem Taxi zum Bahnhof.

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Mit dem Taxi zu fahren würde ich in Hanoi gar nicht empfehlen. Tendenziell ist es schon günstig, nur ist überall Stau und das Taxi braucht ewig. Besser ist es mit einem Roller hinten drauf zu fahren. Macht übrigens auch sehr viel mehr Spaß! Mit ein paar Sandwiches bewaffnet sind wir dann in den Nachtzug eingestiegen. 4er Abteil, sehr geräumig und bequeme Betten. Die Nacht kann kommen und hoffentlich wachen wir pünktlich in Sa Pa auf.

Ciao Hanoi! Tolle Stadt mit den vielen unterschiedlichen Facetten. Speziell das ganze Chaos und die Menschen haben mir sehr gefallen, nur ist das Wetter halt deutlich zu kalt und der Smog in den Straßen macht das Ganze nicht schöner.

 

Sa Pa – eine Bergstation im Norden von Vietnam

Sa Pa – eine Bergstation im Norden von Vietnam

Heute ist es soweit! Johannes und ich fahren mit dem Nachtzug in Richtung Norden nach Sa Pa. Das Zugticket kauften wir bei einem Reisebüro mit dem Namen Ethnic Travel für 26 USD. Bei der Agentur hatte ich bereits meinen Trip in die Halong Bay gebucht und war sehr zufrieden. Das Ticket war nur leider deutlich teurer als sonst, natürlich mal wieder wegen der TET Feiertage… Übrigens ist es in Vietnam am besten mit einem der vielen Local-Bussen zu reisen, da diese viel günstiger und schneller sind. Am Bahnhof angekommen haben wir es uns dann in einem 4er Abteil gemütlich gemacht – sehr geräumig und bequeme Betten. Vermutlich haben wir uns aus Versehen selbst ein Upgrade gemacht. Die Nacht kann kommen und hoffentlich wachen wir pünktlich in Sa Pa auf. Am Bahnhof angekommen wurden wir gleich von Einheimischen genervt, die uns die letzte Strecke mit einem Mini-Van für das Vielfache des normalen Preises mitnehmen wollten. Generell zahlt man für die 40 Minuten Fahrt pro Person 50.000 Dong. Die wollten 400.000 Dong… Immerhin konnten wir sie auf insgesamt 150.000 Dong runterhandeln und los ging die Fahrt nach Sa Pa. Der Ort liegt in den Bergen auf ca. 1.600 m direkt an der chinesischen Grenze und am Fuße des höchsten vietnamesichen Berges, dem Fan Si Pan, mit über 3.000 m inmitten von sehr vielen Reisfeldern und einem wahnsinnig tollen Ausblick.

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Der Ort ist normalerweise sehr touristisch, nur hatten wir diesmal tatsächlich Glück mit den TET Feiertagen, denn der Ort war wie leergefegt und uns wurden die Hotelzimmer quasi hinterhergeworfen. Im Hotel Lotus haben wir dann ein sehr großes Zimmer mit Kamin und Bergblick für 10 USD bekommen. 2 Tage später haben die Zimmer dann das 5fache gekostet. Am gleichen Tag starteten wir unsere erste Wanderung in den Ort Cat Cat. Weit kamen wir nicht, denn da wurden wir von Einheimischen zu einem Mittagessen und Reiswein in deren Haus bzw. es war eher eine Scheune, eingeladen. Da lernten wir dann auch einige Begriffe auf vietnamesich und wie man sich in so einer vietnamesichen Runde verhält. Es war so toll, die Vietnamesen sind ein sehr gastfreundliches Volk.

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Wir hatten dann zwar „leicht einen Sitzen“ nur hat uns das keinesfalls davon abgehalten, weiter Richtung Cat Cat, an Reisterrassen, Flüssen und Wasserfällen vorbei, zu gehen. Ein Tipp von uns hierbei ist, dass man da am besten die Touripfade verlässt und in die Dörfer geht. Man kann hier nicht nur mit den Kindern auf der Straße Ball spielen, sondern auch das Dorfleben mal so richtig erleben.

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Übrigens leben in der Region viele Hmong Frauen, die sehr bunt angezogen durch die Straßen ziehen und selbstangefertigte traditionelle Kleidung verkaufen. Uns haben sie eine Tour in die Berge mit Übernachtung in ihrem Dorf angeboten. Inkl. Lunch, Abendessen und Tourguide hat das Ganze dann 25 USD zusammen für uns gekostet. Wir konnten die beiden von 60 USD runterhandeln, dazu dann aber später mehr….

Wandertour mit Hmong Frauen in das Dorf „Geang Tuchai“

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Wir haben uns bewusst für die schwierige Tour entschieden und lagen damit genau richtig, und so steil war es dann doch nicht. Kann man mit ein bisschen Überwindung auch ohne große Kondition schaffen. Erst ging es nördlich von Sa Pa einen steilen Berg rauf nach Sa Sang, wo wir dann bei den Eltern einer der Frauen ein sehr einfaches Mittagessen bekamen.

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Da wir morgens bereits von unserem Hotelmanager spontan ein großes Neujahrsfrühstück bekamen, hatten wir leider keinen großen Hunger. Naja, so lecker sah das Ganze aber auch nicht aus, jedoch war es ein eine tolle Erfahrung!

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In Lao Chai sind wir bergab an einer Kirche vorbei und von da aus waren es dann nochmal 2 h bis zu unserem Ziel und wir bekamen unseren ersten Sonnenbrand. Witzigerweise haben wir uns auf 8 Grad und Regen und nicht auf 20 Grad und prallen Sonnenschein eingestellt. Aber lieber so als viel zu kalt :). Danke an meine Mum, die Johannes noch warme Sachen für mich mit eingepackt hatte. Sorry, aber die brauchte ich dann doch nicht…Im Ort angekommen merkten wir schnell, dass hier keine Touristen sind. Tatsächlich waren wir unter den 1.000 Einwohnern die Einzigen. Das Haus von den beiden Mädels war sehr einfach. Sie leben dort zusammen mit ihrer Familie, 2 Ziegen, ein paar Schweinen, Hühnern, Hunden und einer Kuh auf engstem Raum. Zu essen gab es abends Schwein mit Kürbis, Reis und irgendwas Gehacktem mit Knochen (sehr widerlich). Natürlich wurde dazu mal wieder der „Happy-Water“ – Reiswein – gereicht. Irgendwann hatte der Hausherr den Break-even-point erreicht und holte eine Tanz-DVD raus, die wir uns dann auf seinem uralten Röhrenfernseher anschauen mussten. Mit ordentlich Reiswein konnten wir alle recht schnell mehr oder weniger die Tanzbewegungen und wir hatten einen Megaspaß mit den Leuten.

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Es war echt sehr interessant zu sehen, mit wie wenig man eigentlich auskommen und trotzdem ne Menge Spaß haben kann. Morgens gab es dann übrigens das gleiche Essen wie am Abend und natürlich, auch wieder Reiswein. Wir beide (Joahnnes und ich) haben dann aber nur aus Anstand einen getrunken…uns war noch nicht danach… Wir wollten ja für die Wanderung fit sein, denn uns erwartete ja noch ein 6 h Aufstieg zurück nach Sa Pa. Gott sei Dank war dann auf dem Weg aufgrund des TET Festes viel los und man konnte selbstgebackene Sachen z.B. Krapfen (das Stück für umgerechnet 4 Cent) kaufen, die für uns ein sehr willkommenes Frühstück waren.

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Die Tour neigte sich dann abends dem Ende entgegen und wir nahmen eine direkte Busverbindung zurück nach Hanoi für je 16 USD. Ankunft morgens mit roten Augen um halb 4 in Hanoi… Leider mussten wir dann erstmal ewig darauf warten, bis die Information an der Busstation aufmachte und uns dann mitteilte, dass wir hier total falsch sind, wenn wir in den Süden von Vietnam fahren wollen. Nach einem längeren Marsch quer durch die Stadt fanden wir dann ein Busunternehmen, dass uns direkt in den Phang Ne Pang Nationalpark für 22 USD mitnimmt. Abfahrt war um 18.00 Uhr; Ankunft um etwa 4.00 Uhr morgens am Easytiger direkt im Park. Wir freuen uns schon sehr auf die Tour in den Phon Nha Ke Bang Park und auf Elefanten, Tiger, viele Primatenarten und die größte Höhle der Welt.