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Um zum Moint Kinabalu zu kommen, muss man erstmal von Kuala Lumpur einen Flieger nach Borneo nehmen bzw. nach Kota Kinabalu, quasi der malayischen Hauptstadt Borneos. Der malayische Teil von Borneo heißt übrigens Sabah. Harry, mein Couchsurfer von KL brachte mich unglaublicher Weise morgens um 04.00 Uhr mit seinem Auto zum Flughafen. Hoffentlich kommt er mal nach München, damit ich das wieder gut machen kann. Der Flieger ging dann um kurz nach 6.00 Uhr und der Flug dauert 2,5 h. Da ich relevativ zeitnahe buchte, kostete der Flug dann doch 50 Euro, was für Air Asia sehr teuer ist…Auch sollte man sehr viel Zeit am Flughafen einplanen. Ich brauchte alleine um von der Sicherheitskontrolle zu meinem Gate zu kommen, ca. 30 Minuten. Wahrscheinlich ist tagsüber sogar noch mehr los. Das frühe Aufstehen hat dann der Anflug auf Borneo in jedem Fall wieder gut gemacht  🙂

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In Kota Kinabalu angekommen fährt übrigens jede Stunde ein Bus in die City für 2 Euro. Ein Taxi muss man nicht nehmen, obwohl jeder davon rät. In KL hatte ich noch das Hostel in KK 🙂 mit dem Namen „H2“ für 8,50 Euro inkl. Frühstück gebucht. Leider nicht einfach zu finden. Das Hostel ist noch sehr neu und an der Rezeption der Typ spricht nicht gerade das beste English…Aber die Betten sind cool und es gibt eine Klimaanlage im Dorm. Auf der Suche nach dem Busbahnhof habe ich ein Mädel aus dem Ort kennengelernt und sie zeigte mir dann auf der anderen Stadtseite einen Hügel, bei dem wir zusammen mit einem Kumpel von ihr den Sonnenuntergang uns anschauten.
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Sie hatte schon eine unglaubliche Persönlichkeit, denn sie ist Dr. in Medizin und macht professionell Bodybuilding. Also so richtig mit goldener aufgesprähter Farbe auf ihrer Haut mit Sponsor usw. Also wenn man sie so sieht, dann denkt man das nicht gerade mit ihren 1,55 Meter 😀 Sie musste dann weiter zum Flughafen Richtung KL und ich bin zurück zum Hostel, da ich mich mit meinem Zimmerkollegen zum Abendessen verabredet hatte. Wir wollten eigentlich auf den Markt und Seafood essen, nur wurde der Plan dann recht schnell geändert. Denn es war das Harvest Festival in der Stadt, wovon uns per Zufall ein Local drauf hinwies. Es ist eines der wichtigsten Feste auf Borneo im Jahr. In dieser Woche wird dann anstelle von Arbeiten nur gefeiert, getrunken und gegessen. Ein Local zeigte uns noch den Weg und los ging es mit Mike aus Irland in einem Taxi zum Festgelände.

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Da war dann einiges los und überall gab es lecker gegrilltest BBQ (Satey Sticks für 50 Cent das Stück, Cocktail Stände, Jacky Coke für 1 Euro) und sehr viele kleine Zelte, in denen Karaoke aufgebaut war.

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Wir beiden waren mit die einzigen Europäer auf dem Gelände, sodass wir dann das Highlight der Locals waren. Was für ein Schlaraffenland 😀 Interessanter Weise wurde hier auch viel Alkhohol getrunken. Also nicht, dass wir was dagegen hatten, nur ist das in dem streng muslimischen Malaysia halt echt seltsam, denn im komplett anderen Teil, wird kein Alkhohol getrunken. Man erkennt das auch schnell an den Bierbäuchen der Männer 😀

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Nach ein paar leckeren Fleischsticks und Cocktails ging es dann in eines der kleinen Zelte und wir haben kräftig mit den Locals gefeiert, gesungen und getanzt. Wow, was für ein Abend! Ich musste einmal singen….Angel von Robbie Williams. Oje, hoffentlich hat das keiner aufgenommen 😀

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Aber wir waren ja, was das nächste Bild beweist, bei einem offiziellen Biertester in den besten Händen 😀 Nach unzähligen Dosen Bier ging es dann zurück mit dem Taxi ins Hostel mit einem kleinen lustigen Abstecher im Supermarkt. Ich weiß nicht mehr wer auf die Idee kam, aber zusammen mit den Angestellten vom Supermarkt haben wir uns eine Essensschlacht geleistet. Ja richtig gelesen, eine Essenschlacht. Was für ein Spaß…wahrscheinlich waren die Angestellten vor ihrer Schicht auch noch kurz auf dem Festgelände 😀

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Morgens wollte ich dann sehr früh weiter zum Mount Kinabalu, aber aus dem „früh aufstehen“ wurde dann Nichts raus. Ganz gemütlich um 11 Uhr mit einem sauberen Kater ging ich dann vor zum Busbahnhof. Abfahrtszeiten wusste ich nicht und stellte mich auf ein paar Stunden warten ein. Dazu muss man halt wissen, dass von Kota Kinabalu aus die Minivans losfahren, sobald sie voll besetzt sind. Also keine festen Abfahrtszeiten. Das war mein Glück, denn ich war der letzte Gast für den Minivan und es ging sofort los 🙂 Die Fahrt bis zum Berg ist wunderschön und erinnerte mich sehr an Laos. Also auch generell von den Menschen erinnert mich Borneo sehr an Laos. Am Parkeingang lies uns der Busfahrer raus und ich erkundigte mich erstmal nach einer Permittment, um den Berg zu besteigen. Normalerweise buchen die Gäste ca. 6 Monate vorher eine 2 Tagestour. Hintergrund ist, dass pro Tag nur 120 Personen rauf dürfen und an der Basisstation einfach nicht genügend Betten sind. Gut, schlafen wollte ich eh nicht, da das insgesamt 250 Euro gekostet hätte. Dann bleibt einem nur noch die Tagestour übrig. Also von 1.800 Meter an einem Tag auf 4.100 Meter und das ganze wieder zurück. In Summe also 4.600 Höhenmeter an einem Tag. An der Station machten die Leute mit mir einen Fitnesscheck, überprüften meine Ausrüstung und fragten mich sehr viel um sicher zu gehen, dass ich das auch wirklich schaffe. Wirklich ein Wort der Warnung. Jemand ohne Bergerfahrung sollte dies nicht machen. Ist zwar mit insgesamt 100 Euro sehr viel günstiger, aber dafür dann viel zu gefährlich. Übrigens ist die Strecke aufgeteilt in mehrere Checkpoints, wo die Zeit gemessen wird. Falls man die Zeit nicht schafft, wird sofort rumgedreht. Gut ok, dachte ich mir, dass schaffe ich irgendwie und buchte die Tour. Da ich leider nicht soviel Geld dabei hatte und der nächste ATM im nächsten Ort war, musste ich per Anhalter in den nächsten Ort um Geld abzuheben. Das war etwas mühselig, aber in Malaysia ist das kein Problem. Innerhalb kürzester Zeit nehmen einen die Autofahrer mit. Nette Gespräche sind dann schon vorprogrammiert 🙂

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Eingecheckt habe ich ca. 5 Gehminuten vom Berg entfernt in der Boyu Lodge für 5 Euro das Bett. Nicht gerade schön, aber dem Zweck absolut ok, denn morgens um 6 Uhr musste ich ja eh schon weider raus. In meinem Zimmer waren dann noch 2 Franzosen, die zufälligerweise das gleiche vor hatten wie ich. Prima, dann gehen wir zusammen den Berg und können uns sogar noch die Kosten für den Tourguide teilen. Um 7 Uhr trafen wir uns an der Talstation auf 1.800 Meter und musste erstmal sehr viele Formalitäten ausfüllen. Was für ein Schreibkram…Naja um 7.45 Uhr ging es dann endlich los und wir hatten Zeit bis 10.30 Uhr, um bis zum Basislager des Mount Kinabalus zu kommen.

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…hehe anscheinend wird man erschossen, wenn man nicht auf dem Weg bleibt 😀

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Den Gipfel sieht man übrigens im Hintergrund…in 2 Stunden sind wir da 😉

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Um 10 Uhr kamen wir an der Bergstation an und voller Entusjasmus, heute einen Rekord aufstellen zu wollen. Auf dem Weg sahen wir übrigens noch ein paar Affen. Schnell noch eine total überteuererte Coke für 4 Euro getrunken, die Wasserflaschen nachgefüllt und nach 10 Minuten Pause ging es weiter. Unter den ganzen Touris waren wir echte VIPs, denn sonst waren dort nur Leute, die die Besteigung an 2 Tagen machen und zollten uns einen riesengroßen Respekt. Es ist halt auch so, dass man den besten Ausblick morgens vom Berg aus hat und wir gaben Gas. Der Anstieg wurde nun doch deutlich schwieriger und man merkte spürbar, wie die Energie von Meter zu Meter sank.

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Nach dem letzten Check Point lagen wir super in der Zeit und nun ging es auf das Lava Plateau, was man zum Teil nur mit dem Seil machbar war.

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…das Ziel, also der Gipfel bereits schon vor Augen bzw. in dem Fall hier in meiner Sonnenbrille 😀

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Und hier der letzte Checkpoint bevor es dann zum letzten Stück rauf ging

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Man sieht schon, dass langsam die Wolken aufziehen. Davon angetrieben, dass Nachmittags oft Regen aufzieht und die Sicht dann gleich 0 wird, lagen wir nochmal mit unserer Geschwindigkeit zu. Davon angetrieben holten wir nochmal die ganze Energie raus und waren um 12.15 Uhr am Gipfel.

YESSSSS!!!!

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Die Aussicht wurde zwar von ein paar Wolken beeinträchtigt, was aber nicht schlimm war. Für uns war es ein atemberaubendes Erlebnis und man konnte sogar den Krater sehen. Denn wir waren ja auf de Gipfel eines Vulkans.

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Anhand von der Cookiepackung sieht man,wie hoch der Umgebungsdruck auf 4.100 Meter war (vorher/nachher)

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Es war so toll, da wir komplett alleine waren. Normalerweise sind hier halt morgens alle anderen Touren mit 120 Leuten. Wow was für ein Gefühl kann ich sagen. Das werde ich nie mehr vergessen, obwohl durch die dünne Luft uns ein bisschen Schwindelig wurde und sogar an den Fingern ein bisschen ein Taubheitsgeühl einsetzte. 30 Minuten „durften“ wir uns ausruhen und dan ging es wieder zurück zum Basislager.

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…und rechtzeitig, als wir von der steilsten Stelle unten waren, kamen die Wolken und es fing an zu regnen

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Am Basislager angekommen konnten wir dann ganz stolz unsere Bilder vom sonnigen Gipfel präsentieren, denn sowas kommt echt nicht häufig vor. Dort unterhilet ich mich mit ein paar „Runnern“, also denen, die die Getränke, das Essen usw. auf de Berg tragen. Sie tragen immer um die 25- 30 kg auf dem Rücken und bekommen dafür 25 Euro. Runter nehmen sie noch Müll mit und bekommen dafür ca 7 Euro. Was für eine Schinderei. Hut ab vor der Leistung.

Und genau einen Tag später war hier an der Stelle ein Erdbeben, welches 18 Menschen das Leben gekostet hat. Da wird es einem nochmal anders, wenn man die Bilder von den Locals sieht. Das Schicksal wollte es diesmal sehr gut mir. Danke!

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…so 30 kg können sehr schwer sein.

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Wir mussten dann auch wieder schnell los, da wir um 17 Uhr zurück im Tal sein mussten. Der Weg war dann nur noch unendlich lang und uns tat dann wirklich alles weh…kein Wunder, aber wir schafften es wirklich um kurz nach 5 da zu sein. Darauf muss angestoßen werden! Schnell noch unsere Backpacks gepackt ging es mit einem Taxi 2,50 Euro pro Nase nach Ranau in das Hotel Ranau Inn (7 Euro pro Person in einem sehr schönen Zimmer mit Klimaanlage und eigenem Bad). Das Hotel hat auch ein eigenes Restaurant an der Ecke, in der wir uns dann ein Bier gönnten.

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Mehr aber nicht, da uns dann beim Sitzen die Augen zufielen und um 10 Uhr schon im Bett lagen. Nach 12 Stunden sehr erholsamen Schlaf erkundigten wir uns über die Busverbindungen nach Sandakan, an der Westküste Borneos. Die beiden Franzosen sind um 12 Uhr mit einem Minivan los und ich wollte aber noch was liegen blieben, da ja um 15.00 Uhr auch noch ein Bus an die Westküste Borneos fährt. Gemütlich konnte ich dann Mittagessen und mich im Hotel auf dem Sofa ausruhen, bis ich dann um 15.00 Uhr vor zur Bushaltestelle bin. Auf zum nächsten Stop und immer näher an meinen Traum, in Sipandan tauchen zu gehen.

Natürlich tat mir alles weh und ich war sehr kaputtgespielt 😀 Aber ich war sehr froh darüber, dass ich die Tour in einem Tag gemacht habe. Es war zwar eine krasse Anstrengung, teilweise wollte ich sogar aufgeben und umdrehen. Aber dennoch habe ich auf die Zähne zusammen gebissen und habe es durchgezogen. Wahrscheinlich war ich in meinem Leben noch nie so erschöpft und gleichzeitig so euphorisch etwas für mich sehr Großes geleistet zu haben. Jetzt kann es aber gerne die nächsten Tage ruhiger werden und ich freute mich schon auf den Dschungel am Sunkai River, um endlich ein paar Orang Uthans zu sehen.