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Saigon oder Ho chi Min City ist mit 10 Mio Menschen die größte Stadt Vietnams und mein letzter Stop, bevor es weiter nach Kambodscha geht. Da die Strecke von Hoi An aus mit dem Bus mal wieder unglaublich lange dauert, habe ich mich in den Flieger gesetzt und bin ausnahmsweise mal etwas schneller gereist. Mich erwarteten ein paar Freunde aus Irland, die ich in Hanoi kennenlernte. Es hat sich so ein bisschen angefühlt, nach Hause zu fliegen :). Abends um 22 Uhr kam ich an, und die Jungs warteten schon mit ein paar Kaltgetränken auf mich. Was mir in der Stadt sofort auffiel war, dass Saigon im Vergleich zu Hanoi sehr viel westlicher ist. Viel aufgeräumter und ruhiger, sogar mit einigen Wolkenkratzern. Hier gibt es unglaubliche 8 Millionen Motorroller sogar mit einer eigenen Fahrspur. Wir sind dann recht schnell zur Backpacker Straße (Han Thuyen Street) vor, um etwas zu essen. Die Straße kann man sehr gut mit der Kao San Road in Bangkok vergleichen. Viele Leute, unglaublich viele Bars, feuerspuckende Jungs auf der Straße, günstiger Alkohol und auch leider viel Prostitution. Nach den ruhigen Tagen davor fühlte ich mich wie ein Alien in der großen Stadt. Die Nacht wurde dann erwartungsgemäß sehr lustig und der Schlaf sehr kurz. Mittags haben wir uns dann alle zum Essen verabredet und sind danach in das Museum of War gegangen. Ein sehr netter Local hat mich, nach dem ich ihn nach dem Weg fragte, einfach mitgenommen und mir sogar noch absolut gratis eine kleine Stadtführung auf seinem Roller gegeben. Toller Einstieg!

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Am Museum angekommen habe ich mir für 80 Cent ein Ticket gekauft. Das Museum teilt sich in 3 Ebenen auf und man macht so eine Art Rundgang, um das ganze Ausmaß des Krieges damals zu verstehen.

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Da ich mich vorher nicht viel über die Details des Krieges und vor allem das „Warum?“ nicht informierte, war ich gespannt, was mich erwartete. In dem Museum gab es viele Bilder mit sehr guten Beschreibungen dazu, aber das genügte um zu verstehen, was die Amerikaner damals in Vietnam getrieben haben. Man kann es einfach nicht nachvollziehen, wie man so machtbesessen sein kann und tausende unbeteiligte Menschen töten kann. Schlecht wurde es mir dann, als wir die Auswirkungen der Bombenabwürfe damals, speziell die der Chemiebomben sahen. Noch heute gibt es sehr viele Fehlgeburten, die darauf zurückzuführen sind. Man kann sich kaum vorstellen, wie man gegenüber so einem friedliebenden Volk so einen Hass aufbauen konnte. Gott sei Dank hat damals die ganze Welt die gleiche Meinung geteilt und das Morden fand nach unzähligen Jahren ein Ende.

Hier sieht man eines der Bilder, wie ein friedlicher Demonstrant, nur mit einer Blume „bewaffnet“, gegenüber von dutzenden Militärs steht.  DSC03994

Und hier einer der niedergebrannten Regenwälder. Wahrscheinlich nach einem Angriff mit einer Napalmbombe

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Das Bild hier ist wahrscheinlich das berühmteste Bild, was man mit dem Vietnamkrieg in Verbindung bringt. Das nackte Mädchen heißt Phan Thị Kim Phúc und erlitt damals nach einem Napalmangriff auf ihr Heimatort Trang Bang schwere Verbrennungen. Während die Neunjährige nackt aus dem Ort floh, wurde sie von Nick Ut fotografiert, der dafür 1972 den Pulitzer Preis erhielt.

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Nach dem Musuem waren wir recht platt und mussten das Gesehene erst mal verdauen. Die schrecklichsten Dinge wie Bilder von verkrüppelten Embryos usw. habe ich hier nicht mit aufgenommen.
Am nächsten Tag ging es dann für mich morgens um 7 Uhr weiter ins Mekong Delta für eine zwei Tages Tour.  Mein Plan war ja, einmal den ganzen Mekong von Anfang bis Ende zu sehen. Mal schauen, ob ich es schaffe :). Aber fangen wir mit dem Ende an. Nach 3 h erreichten wir unseren ersten Stop und sind mit kleinen Booten durch die kleinen Kanäle im Delta gefahren.         DSC04015

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Es waren viele junge Leute dabei und es wurde dann sehr lustig. Das Mekong Delta ist riesig und es gibt dort nur 2 Jahreszeiten (die Trocken- und Regenzeit). Es gilt auch als die „Reisfabrik“ Asiens. Die wurde dann leider recht touristisch und ich habe teilweise nur darauf gewartet, dass mir noch jemand einen Staubsauger andrehen wird…Wir haben das Meiste dann aber mit Humor genommen. Habe ich schon geschrieben, dass es in Vietnam extrem gutes Bier gibt? 😀 Abends wurden wir in einem sehr schäbigen Hotel in Kinh Long untergebracht (ich glaube nicht, dass ich schon mal in so einem schlechten Hotel war). Also wie aus dem Film mit Schimmel, Fenster zur nächsten Hauswand, Licht im Bad defekt und es muffelte. Lange habe ich mich da nicht aufgehalten, und wir sind abends zum Nachmarkt, haben uns mit Essen eingedeckt und haben den Abend auf dem Pier am Flussufer ausklingen lassen. Am zweiten Tag sind wir früh los und haben uns mit dem Boot den größten schwimmenden Markt im Mekong Delta, eine Reis- und eine Reisnudelfabrik angesehen. War ganz nett, kann man aber auch ganz gut selber organisieren, indem man sich mit ein paar paar Leuten ein Auto organisiert.

Hier sieht man Berge von Bambusrohren

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Eine schwimmende Tankstelle für die Boote im Mekongdelta

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Ein ganzes Boot voll mit Ananas. Habe mir dann auch eine direkt vom Boot gekauft. Sehr lecker! 🙂

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Die „Frühstücksfrau“ mit Kaffee, Getränken und extrem leckeren Sandwiches.

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Die Reisnudelfabrik war schon sehr interessant. Erst wird aus Reismehl und Wasser ein sehr klebriger „Schleim“ produziert….

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….der dann auf einer Art Ofen (der übrigens mit den Resten der Reisabfälle angeheizt wird) zu runden Teigplatten gebacken wird….

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…dann getrocknet….

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…und zum Schluss nach dem Trocknen zu Nudeln klein geschnitten wird.

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Achja: und dann irgendwann werden die Nudeln an der Straße natürlich von netten Damen verkauft  🙂

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Nach der Besichtigung gingen wir in eine Lagerhalle für Reis. Tonnen von „rohem“ Reis werden hier gelagert und warten auf die Weiterverarbeitung, denn das weiße Reiskorn muss ja aus der Schale… :).  In Sapa, in den Bergen von Vietnam, machen die Bewohner das teilweise noch per Hand mit Geräten, die an das Mittelalter erinnern. Schön mal den Unterschied bzw. die Entwicklung zu sehen.

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Abends waren wir um 19 Uhr zurück in Saigon und ich checkte im Big Mama´s Hostel ein. 8 Dollar die Nacht mit einer eigenen Roof Top Terrasse mitten im Herzen der Stadt. Die Aussicht auf die Skyline der Stadt, mit dem Vollmond im Hintergrund, war einfach nur atemberaubend. Zusammen mit den Jungs erzählten wir uns stundenlang viele Geschichten vom Reisen und anderen Ländern. Wieder einer dieser Momente, die man nicht kaufen kann…(leider gibt es kein Bild, da ich keine Kamera dabei hatte)

Ein weiteres Ziel in der Umgebung von Saigon waren die Cu Chi Tunnel ca. 20 km von der Stadt entfernt. Es handelt sich dabei um alte Tunnelanlagen der Vietkong, in denen sie damals im Krieg unterirdisch gelebt haben und sich vor den Bombenangriffen der Amis geschützt hatten. Es ist ein Netz von 200 km Tunnelanlage, die sogar bis nach Kambodscha reichen. Da sah man sehr gut, dass die Amerikaner bei diesen sehr ausgeklügelten Tunneln keine Chance hatten, den Krieg zu gewinnen. Auch für uns kaum möglich, in die Tunnel zu steigen.

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Nur mit sehr viel Mühe klappt das, aber danach sieht man den Tunneleingang tatsächlich nicht mehr.

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Die Tunnel sind ca. einen Meter hoch und 50 cm breit. Man bekommt sehr schnell Platzangst. Kaum vorzustellen, dass die Menschen hier teilweise jahrelang wohnten.

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Auch wurden uns die vielen Fallen vorgestellt, die sich die Vietkong im Kampf gegenüber den US Streikräften überlegt hatten. Sehr einfach, aber sehr ergiebig.

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Nach der Tour bin ich zurück zum Hotel, packte meine Sachen zusammen und kaufte mir ein Busticket nach Sihounukville in Kambodscha. Abends haben wir alle zusammen ein Abschiedsessen organisiert und die Nacht wurde wieder mal sehr kurz. Kein Problem, am nächsten Tag kann ich ja die Busfahrt nach Kambodscha zum Schlafen nutzen. Ich war schon voller Vorfreude: Endlich geht es zu meinen ersten Inseln auf meiner Reise und ich freute mich auf hoffentlich sehr viele entspannte Tage. Auch ist es mein erster Grenzübergang mit dem Bus. Mal schauen, ob alles klappt 🙂