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Von meinem Guesthouse am Sungkai River aus ging es zunächst mit einem Mini Van bis zur nächsten großen Straßenkreuzung, zur Junction Sukai, 40 km entfernt. Von dort aus fahren die großen Busse in Richtung Westküste von Borneo und brauchen ca. 5 Stunden. Im Bus lernte ich eine Einheimische kennen, die mir einiges von der Gegend dort erzählte. Wichtigstes Thema aktuell für Touristen sind die Entführungen durch philippinische Terroristen, der Abu Sayaf in der Gegend, einem Ableger der IS. Man muss dazu wissen, dass in den letzten Jahren einige Menschen gekippnapped und verschlepppt wurden. Speziell auf Deutsche und Japaner wird abgesehen, da die Regierungen die Lösegelder zahlen. Anders als die USA, die nicht mit solchen Gruppierungen verhandelt und die Gefangen ermorden lässt. Da bekommt man als Deutscher schon ein mulmiges Gefühl in der Magengegend und ich überlegte tatsächlich das erste mal wegen soetwas meine Reiseplanung zu ändern. Die Einheimische meinte dann aber auch, dass die malayische Regierung aktuell sehr viel in die Sicherheit investiert und die Küste mit Millitär stark bewacht. Gut, dass habe ich geglaubt und bin dann mit einem besseren Gefühl im Bus geblieben. In Semporna an der Küste angekommen sind wir am Busbahnhof ausgestiegen, der im Ortstkern liegt. Die Einheimische (ich habe leider den Namen vergessen) hat mich dann zu einem Lunch eingeladen und mir sogar einen kostenlosen Fahrer organisiert, der mich zu einer der Tauchschulen bringt, die Touren nach Sipandan anbieten. Das war mal wieder eine tolle Erfahrung, zumal sie sogar auf dem Weg zu der Beerdigung ihrer Oma war, die stattliche 100 Jahre alt wurde. Sehr nett von ihr! Im Ort ist mir dann als Erstes aufgefallen, dass man kaum Touristen sah und wenn, dann waren es keine Europäer. Anscheinend meiden aktuell sehr viele Menschen die Gegend aufgrund der Warnungen, die durch die auswärtigen Ämter gemeldet werden. Aber auch sah man sehr viel Militär vor Ort ist und die Gegend überwacht. Sie hat recht und ich fühlte mich von da an sehr sicher. Es werden auch alle Seewege kontrolliert, die von und nach Philippinen gehen. Vermutlich ist es nun die beste Reisezeit in diese Gegend und man muss sich wirklich keine Sorgen machen. Also absoluter Reisetipp! 😉

Sonst ist Semporna aber für einen längeren Zeitraum nicht zu empfehlen. Also am besten ganz schnell auf ein Boot und rüber auf die traumhaften Inseln 😉 Am Pier angekommen findet man einige Veranstalter die mehr oder weniger das Gleiche anbieten. Mein Ziel war es, auf Sipandan zu tauchen. Vergleicht man im Internet ein paar top ten Listen, findet man Sipandan immer unter den ersten 5. Leider nicht ganz billig, denn ein Tag schlägt mit 150 bis 200 Euro zu buche. Da man auf Sipandan nicht übernachten kann, gehen die meisten Leute nach Mabul Island ca. 20 km entfernt. Da kosten die Unterkünfte zwischen 10 und 30 Euro (inkl. 3 Mahlzeiten). Mabul Island (das Wort Mabul übrigens übersetzt ins französische bedeutet crazy, verrückt) ist übrigens weltweit sehr bekannt für das Makrotauchen. Also die tollen kleinen Sachen wie Seepferdchen, wunderschöne Nackschnecken usw. Ich habe mich dann am Pier für den eher versteckten Anbieter „Mabul Backpackers“ entschieden, die auf Mabul ein Longhouse betreiben. Die waren mit Abstand die sympatischsten und mit ein bisschen Verhandlungsgeschick habe ich ein günstiges Paket mit 4 Nächten im Einzelzimmer, 3 Fundives, dem Transport zur Insel und 3 Tauchgängen auf Sipandan für 1300 Ringit (also 320 Euro) raushandeln können. Da an dem Tag kein Boot mehr raus zur Insel fuhr, durfte ich mir sogar noch gratis in dem Büro auf dem Sofa gemütlich machen. Echt ein toller Ort zum Arbeiten, mit diesem Ausblick und der kleinen Terasse.

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Wichtig ist, dass man sich in dem Supermarkt mit Dingen wie Alkohol, Snacks usw. eindeckt, denn das kann auf Inseln sehr schnell sehr teuer werden. Morgens lernte ich kurz bevor es aufs Boot ging, meinen Divemaster Chris aus Spanien und seine Freundin Mariella aus Chile kennen, die übrigens vor Kurzem ihren Divemaster auf den Philippinen machte. Coole Leute und sehr witzig. Perfekt, dann kann es ja losgehen und wahrscheinlich können die beiden mir einiges über die Ausbildung erzählen.

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Nach einer Stunde kamen wir an dem Langhaus an und auch genau zur richtigen Zeit, bevor das krasse Unwetter begann. Dann konnte ich die Zeit nutzen, um meine neuen Mitbewohner kennenzulernen und um mein Zimmer zu beziehen.

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Eigentlich spielt sich hier alles in dem Langhaus ab, dass aus vielen Zimmern, einer großen Terasse und ein paar Bungalows besteht. Mit dem Unwetter wurde es dann mit 25 Grad auch richtig kalt und wir machten nachmittags erstmal eine Flasche Rum auf…die zweite folgte dann auch irgendwann ;D

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Abends lies das Unwetter nach und ich konnte mir mein neues zu Hause für die nächste Woche mal etwas genauer anschauen.

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…und die Sonnenuntergänge von unserem Langhaus waren immer legendär

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….abends wurden an der Terrasse unseres Langhauses die Licher angemacht, was viele Fische anzog. Hier zum Beispiel ein Stachelrochen:

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Die Insel konnte ich mir dann auch mal etwas genauer anschauen und muss sagen, dass Mabul nicht wirklich schön ist. Es wurde in den letzten Jahren viel zu viel gebaut und man findet eigentlich keinen Fleck mehr, auf dem kein Haus steht, oder was nicht zu einem Resort gehört und dazu kommt noch, dass ca 2.000 Locals auf der Insel wohnen. Die Leute sind sehr nett, nur kann man die Insel nur zum Tauchen empfehlen. Schöne Strände sind leider Mangelware…

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…und eine Schule gab es natürlich auch auf der Insel

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Man merkt auch auf der Insel sehr viel Polizeipräsenz. Tagsüber und speziell Nachts fahren die Herren ständig Patrouillen, was einem ein sehr sicheres Gefühl gab. Manachmal saßen Polizisten sogar schwerbewaffnet stundenlang bei uns im Langhaus, tranken Kaffe und schauten sich die Abläufe in der Tauchschule zu studieren.

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Gleich am zweiten Tag auf der Insel stand dann das Highlight auf dem Programm, Tauchen in Sipanden. Man muss sich vorstellen, dass einige Leute, die schon sehr lange auf der Insel sind, kaum nach Sipandan gehen, da es sehr teuer ist und eine Erlaubnis zu bekommen, auch nicht ganz einfach. Pro Tag werden nur um die 20 Leute hingelassen.

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Da es so früh war, musste ich an dem Tag alleine frühstücken. Im Hintergrund sieht man übrigens Mabul Sipandan, mein Ziel für den Tag.

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Um 8 Uhr ging es dann los und wir waren auf dem Boot 4 Taucher und 2 Divemaster. Bis zur Divesite fährt man ca 30 Minuten und es erwartete uns eine Insel wie aus dem Bilderbuch mit traumhaften Stränden.

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Nachdem wir uns auf der Insel noch registirieren mussten, wurde es auf einem hektisch. Ein Boot mit Tauchern, die bereits vor der Divesite waren (Baracuda Point) winken zu uns und riefen, dass gerade ein Walhai gesichtet wurde. Dann ging alles ganz schnell und jeder wollte nur noch so schnell wie möglich ins Wasser. Für die Nichttaucher: Einen Walhai zu sehen ist eines der tollsten Dinge, die einem im Taucherleben passieren kann. Nur mal so, ich habe Leute getroffen, die nach 1.000 Tauchgängen noch keinen gesehen haben….Also in Rekordzeit hatte ich mein Equipment an und ab ging es ins Wasser. Ich war schon ganz aufgeregt, da ich sogar vor noch nie einen Hai gesehen. Und was war da unter mir? Ein Walhai mit 8 Meter Länge. Wow, was für ein Gefühl. Ich bekomme ja jetzt noch Gänsehaut, wenn ich darüber nachdenke. Es blieb dann auch kein Halten mehr und ich bin zu ihm hin in einem Meter Entfernung und konnte sogar ein paar Meter mitschwimmen. Als er weg war, entdeckten wir dann sehr viele Haie und Schildkröten bevor wir dann das eigentlich Highlight der Insel entdeckten. Den Baracuda Tornado. Also hunderte von Baracudas, die sich zu einem 15 Meter hohen Tornado zusammen geschlossen haben und im Kreis schwimmen. Echt der Wahnsinn! Der Tauchgang war dann leider recht schnell vorbei, da alle aufgrund der Aufregung die Luft sehr schnell aufbrauchten. Hat sich aber glaube ich gelohnt und alle auf dem Boot waren voll uns ganz aus dem Häusschen 😀

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Der zweite Tauchgang konnte dann mit „nur“ ein paar Haien nicht mehr mithalten. Mittagessen hatte die Jungs vom Boot dabei und wir konnten ein bisschen die Insel nach dem Mittagessen genießen. Das Wasser hat so ungefähr 20 unterschiedliche Blautöne und der Sand ist wie aus dem Bilderbuch. Kein Wunder, dass hier am Tag nur eine begrenzte Anzahl an Menschen drauf soll. Aber gut so, damit das Paradies auch noch lange erhalten bleibt. Am liebsten hätte ich ein Zelt dabei gehabt und wäre wochenlang da geblieben.

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Aber auch hier merkte man die angespannte Lage wegen den vergangenen Entführungen. Das Millitär nutzt diese Insel als Stützpunkt, um die Seewege von Borneo auf die philippinischen Inseln zu überwachen. Etwas versteckt im Dschungel der Insel haben sich die Soldaten einen Stützpunkt aufgebaut.

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Am dritten und letzten Tauchgang haben wir dann nochmal unseren Freund, den Walhai gesehen und haben die meiste Zeit dann damit verbracht ihm zu folgen. Wow, was für ein Tag! Mit dem Boot ging es dann auch bald wieder zurück auf Mabul Island und wir wurden dann noch von einer Schule von 8 – 10 Delphinen begleitet.

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Auf dem Boot war eh schon Partystimmung, aber dann waren die Leute komplett aus dem Häusschen. Der Divemaster, der bereits seit Jahren dort fast jeden Tag taucht meinte, dass er so einen Tag noch nie gehabt hat. Abends wurde dann natürlich mit den Leuten noch ordentlich auf diesen Tag angestoßen.

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Die nächsten Tage drehten sich die Tage weitesgehen nur ums Tauchen, Essen, Trinken und Schlafen. Rund um Mabul sind einige Tauchplätze und es gab Einiges zu betauchen…

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Wir waren ca. 10 Leute auf dem Langhaus und es wurde dann abends öfterts gefeiert. Ich hoffe, dass ich mir die ganzen Trinkspiele merken kann 😀

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In der Zeit habe ich dann auch für mich beschlossen, auf jeden Fall die Divemaster Ausbildung in Indoensien zu machen. Also habe ich dann alles fix gemacht und bin nach 4 Tagen von Mabul Island mit ein paar deutschen Chaoten zurück zum Festland und von da aus nach einer wilden Taxifahrt zu dem kleinen Flughafen Tawau im Süden Borneos. Wir wollten in Richtung Kota Kinabalu und hatten uns die Tickets für 15 Euro online über Air Asia gebucht. Echt krass, dass der Flug deutlich günstiger ist, als mit einem Bus durchs halbe Land zu fahren.

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Der Flug dauerte auch nur 30 Minuten und wir sind dann abends in KK noch ein paar Bier trinken gegangen, denn morgens ging es dann für mich weiter nach Kuala Lumpur, um nochmal Harry, meinen Couchsurfer von vor 2 Wochen zu treffen. (Die Story findet man unter dem Bericht „Kuala Lumpur…or just KL la ;)“ Ich hatte auch noch ein paar Sachen bei ihm gelassen, die ich abholen musste. Mein Mittagessen gab es bei Wendys in KL.  Cheeseburger, Pasta und Nachos mit Käsesoße. So eine Zusammenstellung gab es bei denen bestimmt auch zum ersten mal 😀

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Nun waren für mich die 2 Wochen in Borneo leider auch wieder vorbei. Die Insel mit dem malyischen Teil ist aber in der kurzen Zeit zu meiner Nr. 1 neben Laos geworden. Dieses abwechslungsreiche Land, die Leute, das Essen, usw. ein Traum! Man soll sich auch nicht von den Einreisemeldungen vom auswärtigen Amt verunsichern lassen. Es ist alles safe und wahrscheinlich gerade jetzt ein Gehmeintipp.

Bye bye Borneo, ich komme auf jeden Fall wieder und hoffentlich ist dann mein Freund, der Walhai auch wieder da