Warning: A non-numeric value encountered in /homepages/27/d564279771/htdocs/app564281410/wp-content/themes/di-basis/functions.php on line 5806

Nach 7 Tagen auf der Insel Perhentian Kecil mehr oder weniger in der Hängematte war es nun wieder an der Zeit für Action. Morgens um 09.00 Uhr ging es von der Insel mit einem Speedboat los in Richtung Festland. Alleine das war schon heftig, da der Captain das Teil richtig ausfuhr und mit 50 Sachen über die Wellen raste. Nach 45 erreichten wir das Ufer und wurden direkt zu unserem Mini Van in Richtung Tama Negara gebracht. Taman Negara ist malayisch und heißt übersetzt „Nationalpark“. Sehr stolz war ich, als ich dann auch endlich mal einen Local über den Tisch ziehen konnte. Also stand es dann 30:1 🙂 Also normalerweise kostet die gesamt Fahrt nach Taman Negara 80 Ringit (20 Euro). Ich fragte ihn nach einem Discount und den gab er mir. 10 Ringit weniger, aber ich solle den anderen Nichts erzählen. Als er dann merkte, dass ich mich sehr viel mit den anderen unterhielt, gab er mir noch mal zusätzlich 5 Ringit Discount und als ich meinte, dass ich noch zu einem ATM muss, um mir für die Fahrt Essen zu kaufen, gab er mir von seinem eigenen Geld noch mal 5 Ringit. Nur um zu vermeiden, dass ich nicht mit den anderen alleine war. Also waren das dann im Ende 60 Ringit für mich, cooler Deal! 🙂 Im Bus habe ich dann ein holländisches Paar (Marry und Leon) und einen Italiener (Marco) kennengelernt. Marco ist bereits seit 22 Monaten unterwegs und kurz vor seiner Heimreise. Wow, er muss bestimmt aufgeregt sein, dachte ich mir. Wir haben uns viel über Filme unterhalten und was interessant war, dass die Holländer keine synchroniserten Filme in niederländisch haben. Die schauen die Filme immer auf englisch mit einem hollöndischen Untertitel und fanden das natürlich mega witzig zu hören, dass wir die Schauspieler von großen Hollywood Filmen auf deutsch und italienisch übersetzt werden. Bis nach Tama Negara dauerte es insgesamt 7 h und die meiste Zeit davon sind wir durch die unendlich weiten Palmölplantagen gefahren. Schon traurig anzusehen, dass in Malaysia der ganze Urwald für kommerzielle Zwecke abgeholzt wird…! Angekommen sind wir an einem der floating Restaurants direkt am Fluss von dem Ort Kuala Tahan und fanden dann recht schnell ein sehr neues Hostel direkt am Fluss für 20 Ringit das Bett im Dorm (Reyen Guesthouse). Das war aber eher ein Homestay, da die Familie sich sehr um uns kümmerte.

DSC06716-s

DSC06714-s

…ich glaube der Sohn von denen fand das nicht so lustig 😀

DSC06711-s

Es gab Wasser und Tee umsonst und man kann die Küche ohne Probleme nutzen, um sich etwas zu kochen. Abends haben wir dann auch gleich dort unsere Tour in den Nationalpark gebucht. 2 Tage und eine Übernachtung in einer Höhle für 40 Euro die Person. Eigentlich muss man 4 Leute sein, sonst zahlt man den vierten mit (min. 4 Personen für eine Tour), nur zur low season machen die da mal eine Asunahme. Leider darf man nur mit Guide in den Dschnugel, aber wahrscheinlich verläuft man sich alleine eh nur. Direkt unten am Fluss kann man das auch buchen, ist nur viel teurer und genau das Gleiche. Sonst ist der Ort sehr klein und man kann alles innerhalb von 10 Minuten sehen. Kuala Tahan gilt halt nur als Basislager für die Touren in den Tama Negara.

Der Nationalpark ist übrigens mit 130 Mio. Jahren der älteste auf der Welt. Vor der Eiszeit war das der Amazonas der größte, nur wurde dieser während dieser Zeit komplett zerstört. Der Tama Negara blieb verschohnt mit einer Fläche von 4343 qkm davon verschont. Morgens ging es um 09.00 Uhr los zu unserem Tourguide und wurden sehr herzlich begrüßt. Unser Tourguide, einer jüngerer Typ mit dem Namen Emi (ausgesprochen wie „Amy“ Winehouse) war ziemlich lustig drauf und ist sogar in dem Ort aufgewachsen. Er hatte dann auch schon für uns das Proviant zusammengelegt. Insgesamt 19 Liter Wasser, sehr viele Cockies, 1 kg Reis, Gemüse, Curry, Tea (Ingwer, Limetten, Zucker, Yellow Teebeutel) , 6 Packen Nudeln, ein ganzes Brot, Marmelade, eine Kokosnuss Creme und Kaffee mitgenommen. Dazu kamen dann noch für jeden ein Schlafsack, eine Isomatte und natürlich auch noch unser persönliches Zeug…. Schon sehr viel Zeug für 2 Tage, aber wenn man im Dschungel schlafen will, dann benötigt man das alles…

DSC06718-s

DSC06713-s

Morgens mussten wir dann erstmal ins Ranger Büro um uns anzumelden.

DSC06728-s

DSC06726-s

Alleine das war schon ein Abendteuer, da man zudem auch genau angeben muss, was man dabei hat. Also wirklich ganz genau zb. die Anzahl der Wasserfalschen, Kleidungsstücke usw. Weiter ging es dann mit einem Boot (das heißt Kayu) von Kuala Tahan aus über den Temeling River zum Canopi Walkway. (Canopi = Baumkrone oder Baumspitze)

DSC06722-s

DSC06732-s

DSC06734-s

DSC06741-s

Dieser Weg dauert nicht lange, hat es aber in sich. Er ist nämlich komplett aus Brücken in 40 Meter Höhe (das längste Stück hat 500 Meter) in den Baumwipfeln. Beim Eingang haben wir dann eine green tree racer snake gesehen.

DSC06740-s

DSC06764-s

DSC06748-s

DSC06761-s

DSC06743-s

DSC06753-s

DSC06750-s

DSC06758-s

Nach 30 Minuten ging es mit dem Boot 2 Stunden den Fluss aufwärst zu unserem Startpznkt nach Kuala Keniam, Wanderweg No. 25 auf der Map. Unser Ziel für den ersten Tag war die 8 km entlegene größte Höhle des Parks, die Gua kepayang No. 23 (30 Meter Höhe und hat einen Felsen, der an einen Elefaten mit einem Rüssel erinnert). Auf dem Weg fuhren wir an vielen kleinen Siedlungen von den Ureinwohnern des Dschungels vorbei.

DSC06775-s

Wir startenen aber erst mal mit einem leckeren Mittagessen, bevor wir es dann losging. Der Startpunkt war schon ein bisschen mysthisch mit dem Tor und der Brücke im Anschluss.

DSC06786-s

DSC06787-s

DSC06831-s

DSC06931-s

Auf dem Weg zur Höhle erzählte uns Emi, unser Guide, so Einiges über den Regenwald und nach 4 km sahen wir die erste Höhle, die Gua Luas. Spzeiell wenn es geregnet hat, sind auf dem Weg sehr viele Blutekel. Emi zeigte uns dann ein Pflanze, deren Blätter man für die Wunden bei Blutekel verwenden kann, mit der man die Blutung sofort stoppen kann. Die Blätter heißen Berbulu. Witzigerweise hatte mich bereits kurz darauf ein Blutekel erwischt und wir konnten das Zeug gleich testen. Und zu unserem Erstaunen funktionierte es…

DSC06789-s

DSC06791-s

DSC06936-s

Alle 2 Stunden machten wir einen Stopp, um uns etwas zu erholen. So ein Marsch bei 90 % Luftfeuchte und 30 Grad im Dschungel ist nicht ohne…die erste Pause nutzen wir für eine Mutprobe und wir haben eine große schwarze Ameise probiert (Semut Kyu). Schmeckt etwas nach Limette, war aber ein cooles Erlebnis obwohl ich ja schon sehr viel Respekt davor hatte. Ich glaube, man sieht es mir an… In der rechten Hand übrigens ist der Körper und in der linken, also das was ich aß, der hintere große schwarze Teil der Ameise.

DSC06799-s

DSC06843-s

DSC06819-s

Danach entdeckten wir einen der größten Baum im Park, den Compassia Tree, der ausgewachsen um die 200 Jahre alt sein kann. Emi erzählte uns auch darüber, wie die Einheimischen Affen und Schweine zum Essen jagen. Sie nutzen Blasrohre und Giftpfeile. Wir sahen dann auf dem Boden noch einen Farn mit dem Namen Piacock, der je nach dem aus welchem Winkel man drauf schaut, grün oder blau aussieht.

DSC06827-s

DSC06795-s

Das hier ist übrigens eine Liane…

DSC06818-s

Bis zur Höhle war es in der schwül warmen Luft mit dem Gepäck doch sehr anstrengend und wir waren froh, dann abends um 5 Uhr anzukommen. Emi zeigte uns noch unser „Badezimmer“ in dem kleinen Kepayag Bach, bevor wir unser Lager für die Nacht aufschlugen. Also kein Badezimmer, sondern eine etwas breitere Stelle im Bach, wo man sich baden kann….Manchmal schlafen in der Höhle 40 Leute, sodass wir mit 4 Leuten uns richtig ausbreiten konnten.

DSC06903-s

DSC06853-s

Abends gab es dann ein leckeres Curry mit ganz viel Gemüse und einem leckeren Tee. Es war ein königliches Dinner nach dem anstrengenden Tag und wir haben vermutlich soviel gegessen, als ob wir wochenlang Nichts mehr bekommen haben. Emi bauten in der ganzen Höhle überall Kerzen auf, sodass es eine sehr schöne Stimmung gab.

DSC06866-s

DSC06861-s

DSC06877-s

Nach dem Essen sind wir dann mit Kopftaschenlampen „bewaffnet“ aus der Höhle raus in die Dunkelheit um die glühendnen Pilze zu sehen. Das war dann doch schon sehr unheimlich, denn um die 70 % der Tiere sind im Dschungel nachtaktiv… 😀 Da schaut man sich schon des öfteren mal um. Nach kurzer Zeit mussten wir dann sogar unsere Lampen komplett ausschalten, damit wir die Pilze mit dem Namen kulad malan sehen können und fanden sie dann auch. Echt abgefahren!

DSC06882-s

DSC06888-s

Zurück in der Höhle legten sich dann alle zum Schlafen hin. Ich hatte relativ gut auf dem harten Boden schlafen könnten. Die anderen beiden nicht so und erzählten mir sogar, dass ein paar Ratten Nachts in den Töpfen „tanzten“ und ein paar kleine Schweine mit dem Namen Poccu Pine die Reste vom Reis gefressen haben. Echt schade eigentlich, dass ich das nicht gesehen hatte…Nach einem Frühstück aus Kaffee und Toast mit Kokosnuss Creme ging es um 10.30 Uhr weiter und wir hörten Geräuche von Gibbons, nur leider sahen wir diese nicht.

DSC06892-s

DSC06893-s

DSC06906-s

DSC06804-s

DSC06793-s

DSC06796-s

DSC06832-s

Unser Ziel war ein kleines Dorf mit Einheimischen, dass es erst seit ein paar Monaten gab. Warum gibt es das eigentlich erst so kurz? Sobald einer in dem ursprünglichen Ort im Sterben liegt, dann zieht die ganze Sippe in einen anderen Ort. Es soll halt Nichts schlimmes passieren. Sobald der Mann gestorben ist, dann gehen alle wieder zurück in den ursprünglichen Ort. Passt mal wieder in die Kategorie „unnützes Wissen“ 🙂 Auf dem Weg dahin sahen wir noch tiefe Löcher, die die Poccu Pine (Schweine) als Schlafplatz nutzen. Naja und die Einheimischen nutzen das dann gerne, um die Schweine darin zu erlegen. So ist halt die Nahrungskette…

DSC06908-s

An dem Fluss Tarenggan River machten wir einen Stop, um uns im Wasser abzukühlen. Da waren dann tausende von Bienen, die Emi mit Rauch versuchte zu vertreiben, leider erfolgslos…

DSC06925-s

DSC06927-s

DSC06935-s

DSC06911-s

…und hier habe ich noch ein Schlangenei auf dem Weg entdeckt. Das habe ich aber natürlich nicht gegessen, obwohl ich ja schon so ein bisschen Hunger hatte 😀

DSC06919-s

Sehr erschöpft angekommen, wurden wir in dem Dorf sehr freundlichen von den Einheimischen begrüßt.

DSC06950-s

Emi kochte uns ein paar gebratene Nudeln mit Gemüse und leckeren gelben Tee. Endlich fand ich dann auch mal Zeit, meine Hängematte aufzuhängen. Das war genau das Richtige in dem Moment.

DSC06937-s

Wir lernten dann sogar mit einer Sumpit Blowpipe zu schießen. Leon und Marry waren echt gut und trafen sofort das Ziel (ein Flipflop). Ich traf leider nur den Holzpfahl, war aber trotzdem überglücklich, sodass ich denen dann das Ding für 7 Euro abkaufte 🙂 Die Waffe und die Pfeile ansich wird aus Bambus gefertigt. Das Ende der Pfeile ist sehr leicht und wird aus Pulai Wood gemacht. Ziemlich smart die Leute! An die Spitze wird das Gift von dem Ipoh Baum genutzt.

DSC06947-s

DSC06945-s

DSC06948-s

Im Anschluss an die Schussübungen lernten wir dann noch, wie man Feuer macht. Dazu nutzten wir ein Stück des „Trockenbaums“ und Rattan. Das Rattan muss man dann ganz schnell hin und her bewegen und relativ schnell hat man eine Hitzeentwicklung, mit der man dann leichtenzündbares Material entflammen kann.

DSC06955-s

DSC06960-s

Es wurde schon spät und wir mussten uns verabschieden, um wieder zurück aufs Boot zu klettern. Abends gegen 6 Uhr waren wir total platt, aber überglücklich zurück in Kuala Tahan.

DSC06967-s

Tolle Tour mit den beiden Holländern und speziell Emi, der das ganze sehr informativ und lustig gehalten hat. An dem Tag haben wir dann nur noch unsere Klmaotten getrocknet und den anderen Backpackern über unsere Erlebnisse der letzten Tage erzählt. Am nächsten Tag ging es dann schon wieder weiter, für 20 Euro 7 Stunden mit dem Boot/Bus in Richtung Cameron Highlands. Leon und Marry waren noch mit im Boot, nur teilten sich dann unsere Wege an der Bushaltestelle in Jerenhut.

…und ich war überglücklich mit den vergangen Tagen. Echt schön, dass wir das zusammen machen konnten! Wahrscheinlich werde ich mich mit den beiden das kommende Wochenende in Kuala Lumpur zum Food Festival wieder treffen. Hoffentlich! 🙂

DSC06982-s